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Recht & Steuern
DOKUMENTNUMMER: NEW003986

Änderungen zum Jahreswechsel in der Lohnsteuer

RUS - Lohnsteuer - AKTUELLES | TERMINEBesteuerung von Elektro- und Hybridfahrzeugen (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG)

Für Elektro- und Hybridfahrzeuge wird bei der privaten Nutzung durch den Arbeitnehmer statt, wie bisher, 1 Prozent des inländischen Bruttolistenpreises nur noch 1 Prozent des halbierten inländischen Bruttolistenpreises bei der Bewertung des geldwerten Vorteils aus der privaten Nutzung gelten. Die gleiche Halbierung erfolgt bei den Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte (also bei 0,03 Prozent und 0,002 Prozent).

Daneben wird auch für Elektro- und Hybridelektro-Fahrzeuge weiterhin die Fahrtenbuchmethode zulässig sein. Hierbei werden die Anschaffungskosten für das Kraftfahrzeug in Form der als Betriebsausgabe abziehbaren AfA bei den insgesamt entstandenen Aufwendungen berücksichtigt. Entsprechend der Halbierung der Bemessungsgrundlage in Anwendung der Listenpreisregelung sind die hier zu berücksichtigenden Aufwendungen (Absetzung für Abnutzung) ebenfalls zu halbieren (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 Nr. 2 EStG). Nutzt der Steuerpflichtige ein geleastes oder gemietetes Kraftfahrzeug, sind entsprechend die Leasing- oder Mietkosten nur zur Hälfte bei den Gesamtkosten zu berücksichtigen.

Anzuwenden ist die Neuregelung für Elektro- und Hybridelektro-Fahrzeuge, die extern aufladbar sind und die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden. Bei extern aufladbaren Hybridelektro-Fahrzeugen muss das Fahrzeug die Voraussetzungen des § 3 Abs. 2 Nr. 1 oder 2 des Elektromobilitätsgesetzes erfüllen. Dies bedeutet die Reichweite muss mindestens 40 km betragen und das Fahrzeug muss einen bestimmten CO2-Wert (maximal 50 g je km) einhalten.

Es wird erwartet, dass die Finanzverwaltung noch Erläuterungen veröffentlichen wird.

Ab 1. Januar 2019 ist die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Tickets für den öffentlichen Nahverkehr an Arbeitnehmer zur Nutzung für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte aber auch für andere Privatfahrten nach § 3 Nr. 15 EStG steuerfrei. Steuerfrei bleiben auch Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kauf dieser Tickets durch den Arbeitnehmer.

Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass die Überlassung bzw. der Zuschuss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgt. Eine zu diesem Zweck erfolgte Gehaltsumwandlung ist nicht steuerbefreit. Offen ist noch die Frage, wie "Personennahverkehr" (anhand Kilometer oder Verkehrsmittel) definiert wird. Auch hierzu wird es noch Veröffentlichungen geben.

Ab 1. Januar 2019 wird die Überlassung von dienstlichen Fahrrädern zur privaten Nutzung an Arbeitnehmer steuerfrei. Die Steuerbefreiung gilt bis 31. Dezember 2021. Das Fahrrad muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zur Verfügung gestellt werden. Insofern fallen auch hier bestehende Fälle im Rahmen der Gehaltsumwandlung raus. Unter die Fahrräder fallen auch solche, die einen kleinen Elektroantrieb haben. Jene hingegen, die in der Lage sind 25 km/h und schneller zu fahren und die damit versicherungspflichtig sind, fallen unter die Bewertung von Elektrofahrzeugen (Halbierung der Bemessungsgrundlage).

Maßnahmen, die unter den Steuerfreibetrag nach § 3 Nr. 34 EStG fallen, müssen zukünftig zertifiziert werden. Bereits bestehende Präventionsmaßnahmen bei Arbeitgebern müssen erst ab 1. Januar 2020 zertifiziert werden.

Wie jedes Jahr gelten auch ab dem 1. Januar 2019 für Auswärtstätigkeiten neue Verpflegungspauschalen. Das entsprechende BMF-Schreiben wurde am 28. November 2018 veröffentlicht. Die Änderungen sind in Fettdruck hervorgehoben.

Ebenfalls zum 1. Januar 2019 werden die Sachbezugswerte für Mahlzeiten angehoben. Für ein Frühstück gilt 1,77 Euro und für ein Mittag- oder Abendessen gilt 3,30 Euro. Die Werte sind bei verbilligten oder unentgeltlichen Kantinenmahlzeiten und bei Auswärtstätigkeiten, für die keine Verpflegungspauschale gezahlt werden darf, anzusetzen. (KG)

Ihr Ansprechpartner
Carsten Bacher
Carsten BacherTeamkoordinator Außenwirtschaft & Steuern
Tel.: 07131 9677-120Fax: 07131 9677-88-120carsten.bacher@heilbronn.ihk.de
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