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Unternehmen, Energie & Umwelt
DOKUMENTNUMMER: NEW005121

Neue gesetzliche Vorgaben für die Maklerprovision beim Immobilienkauf ab 23. Dezember 2020

IHK - Corona-Infos - RechtKurz vor Jahresende tritt ein neues Gesetz in Kraft, das die Verteilung der Maklercourtage beim Immobilienkauf regelt. Beauftragt der Verkäufer eines Einfamilienhauses oder einer Wohnung den Makler, muss er dann mindestens die Hälfte der Courtage tragen.

Durch das „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ werden die Vorschriften im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) zur Maklerprovision neu gefasst. Das Gesetz wurde am 23.6.2020 im Bundesgesetzblatt verkündet und tritt ein halbes Jahr später in Kraft. Das Gesetz gilt für Maklerverträge, die ab dem Inkrafttreten geschlossen werden. Der Übergangszeitraum soll Maklern Gelegenheit geben, ihre Geschäftspraktiken an die neue Rechtslage anzupassen.

Künftig wird es nicht mehr möglich, die Maklercourtage vollständig den Käufer von Einfamilienhäusern (einschließlich solchen mit Einliegerwohnung) aufzubürden, wenn auch der Verkäufer den Makler beauftragt hat. Ziel des Gesetzes ist, private Käufer von Wohnimmobilien von Kaufnebenkosten zu entlasten. Wird ein Makler aufgrund zweier Maklerverträge sowohl für den Käufer als auch den Verkäufer tätig, kann er eine Vergütung künftig nur von beiden Parteien zu gleichen Teilen verlangen. Wenn der Makler mit einer Partei vereinbart hat, für diese unentgeltlich tätig zu sein, kann er auch von der anderen Partei keine Vergütung beanspruchen. Hat dagegen nur eine Partei den Makler beauftragt, muss diese die Maklervergütung zahlen. Vereinbarungen mit dem Ziel, die Kosten an die andere Partei weiterzureichen, sind nur wirksam, wenn die weitergereichten Kosten maximal 50 Prozent der insgesamt zu zahlenden Courtage ausmachen. Zudem muss der Auftraggeber des Maklers zunächst nachweisen, dass er die Courtage gezahlt hat, bevor er von der anderen Vertragspartei deren Anteil verlangen kann. Die neuen Regeln werden nur dann gelten, wenn der Käufer der Immobilie als Verbraucher handelt. Handelt der Erwerber hingegen im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit, kann die Verteilung der Maklerkosten auch weiterhin anderweitig vereinbart werden.

Das Gesetz führt auch eine neue Formvorschrift für Maklerverträge ein. Ein Maklervertrag, der den Verkauf eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung zum Inhalt hat, bedarf künftig der Textform (beispielsweise E-Mail). Eine mündliche Abrede oder ein Handschlag reichen nicht mehr aus, um einen wirksamen Maklervertrag zu begründen.

Seit 2015 zahlt bei Vermietungen derjenige die Maklercourtage, der den Makler bestellt hat. Bei Immobilienverkäufen ist es bislang üblich, dass sich Verkäufer und Käufer die Maklerprovision teilen oder sie komplett vom Käufer übernommen wird. Die Höhe der Maklercourtage beim Immobilienkauf richtet sich nach dem Verkaufspreis und den im jeweiligen Bundesland üblichen Gebühren. Zwar ist sie grundsätzlich frei verhandelbar, jedoch haben sich in den Regionen Regelungen eingebürgert. In den meisten Bundesländern - so auch in Baden-Württemberg - wird die Maklerprovision hälftig von Verkäufer und Käufer getragen und liegt für beide Parteien bei je 3,57 Prozent des Kaufpreises (inkl. MwSt).

Ihr Ansprechpartner
Christoph Oberländer
Christoph OberländerTeamkoordinator Gewerbeerlaubnisse
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