INDUSTRIE
Industrie: 'Deutschlands Motor läuft rund – aber nicht von alleine'
[NEW000891]
08.08.2011

Die Industrieunternehmen schätzen am Standort Deutschland vor allem die Qualität der Fachkräfte und den hohen sozialen Frieden. Das belegt die aktuelle DIHK-Umfrage unter 1400 Unternehmen.

Bild: Industriereport Sonderumfrage 2011

PRESSEMITTEILUNG:

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann zur neuen Industrie-Umfrage: "Deutschlands Motor läuft rund – aber nicht von alleine"

"Die Industrieunternehmen schätzen am Standort Deutschland vor allem die Qualität der Fachkräfte und den hohen sozialen Frieden. Mit der Verkehrs- und IT-Infrastruktur sind die Unternehmen ebenfalls weitgehend zufrieden. Bislang hat sich auch die sichere Energieversorgung als Vorteil des Industrielandes Deutschland erwiesen. Die Trumpfkarten „Fachkräfte“ und „Energiesicherheit“ müssen wir nun angesichts des demografischen Wandels und der Energiewende ganz besonders hüten. Denn gerade auf diesen Feldern sehen die Unternehmen inzwischen den stärksten Handlungsdruck. Das belegt unsere aktuelle Umfrage unter 1400 Industrieunternehmen und industrienahen Dienstleistern.

Die Industrie schätzt zwar die Qualität der Fachkräfte, zugleich werden es aber leider immer weniger. Die Verfügbarkeit von geeigneten Fachkräften bewerten die Unternehmen deshalb deutlich zurückhaltender als ihre Qualität (Note 2,4 ggü. 3,1). Zur Fachkräftesicherung ergreifen die Unternehmen selbst bereits eine Vielzahl von Maßnahmen. Durch eine verstärkte Qualifizierung ihrer Mitarbeiter und Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf zeigen sie sich als attraktive Arbeitgeber. Ihren Nachwuchs sichern sie sich bereits frühzeitig – insbesondere durch verstärkte Kooperationen mit Schulen und Hochschulen. Ergänzend brauchen die Betriebe weitere flankierende Maßnahmen seitens der Politik. Nötig ist vor allem eine bedarfsgerechte Kinderbetreuungsinfrastruktur, die sich mit flexiblen Angeboten an den Arbeitszeiten der Eltern orientiert. Das gilt auch für Wochenenden und Ferien.
 
Während die Unternehmen die Energiesicherheit  vergleichsweise gut bewerten (Note 2,7), entwickelt sich die Höhe der Energiekosten zunehmend zu einem Standortnachteil (Note 4,2). Die Industrieunternehmen brauchen eine verlässliche Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen, andernfalls haben sie einseitige Nachteile am Standort Deutschland.  Zudem lösen große Infrastrukturprojekte und Industrieansiedlungen viel-fach heftige öffentliche Diskussionen aus. Die Unternehmen machen sich wegen dieser Skepsis Sorgen (4,1). Mehr Transparenz bei der Planung und eine bessere Einbindung der Bevölkerung können helfen, die Akzeptanz von Großprojekten zu erhöhen.

Unter dem Strich stellt die deutsche Industrie der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung ein knapp befriedigendes Zeugnis aus (Vorumfrage 2008: ausreichend plus). Am schlechtesten kommt bei den Unternehmen das Steuerrecht weg – insbesondere dessen Komplexität und fehlende Praxistauglichkeit (Note 5).

Zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit fahren die Industrieunter-nehmen mehrgleisig. Betriebsintern heben sie Potenziale – von der Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz bis zur Entwicklung neuer Dienstleistungen. Neue Absatzregionen erschließen die Unternehmen mit Produkten „Made in Germany“ und stärken ihre Präsenz auf den Weltmärkten."

Quelle: DIHK

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