Standort

INDUSTRIE- U. HANDELSKAMMER
HEILBRONN-FRANKENTel: 07131 9677-0
info@heilbronn.ihk.de
GESCHÄFTSSTELLEN:
BAD MERGENTHEIMSCHWÄBISCH HALL


Aktueller Wirtschaftslagebericht
Wirtschaftslagebericht der IHK Heilbronn-Franken für das 4. Quartal 2012

Regionale Wirtschaft blickt optimistisch ins neue Jahr
Im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken ist bei den Unternehmen im 4. Quartal 2012 wieder Optimismus aufgekommen. Zwar bewerten die Betriebe ihre aktuelle Lage etwas weniger günstig als im Vorquartal, jedoch überwiegt bezüglich der weiteren Geschäftsentwicklung in diesem Jahr nun wieder die Zuversicht. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken, an der rund 350 Unternehmen mit 68.100 Beschäftigen aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen haben. Im Branchenvergleich hat sich die Lage in der Industrie, im Baugewerbe und bei den Einzelhändlern verschlechtert. Stabil ist die Konjunktur im Dienstleistungssektor geblieben. Über eine deutlich verbesserte Geschäftslage berichtet lediglich der Großhandel. Allerdings blicken die Unternehmen bereits über die aktuelle Schwächephase hinweg und erwarten eine baldige konjunkturelle Erholung. In allen befragten Branchen haben sich die Geschäftserwartungen für das Jahr 2013 per saldo verbessert.
Die aktuelle Geschäftslage wird von den regionalen Unternehmen im 4. Quartal 2012 etwas weniger günstig als im Vorquartal beurteilt. Der Saldo der Lageurteile liegt nun auf dem Niveau vom Herbst 2010, aber immer noch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. 39 Prozent (Vorquartal 43 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe bezeichnen die aktuelle Lage als gut, während 8 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Unternehmen mit dem Geschäftsverlauf nicht zufrieden sind.
Mit Optimismus war die regionale Wirtschaft bereits ins Jahr 2012 gestartet. Aber durch die Euro-Schuldenkrise und das Nachlassen der globalen Nachfrage hat die Konjunktur an Schwung verloren. Die schwere Wirtschaftskrise in Südeuropa ist an den regionalen Unternehmen nicht spurlos vorübergegangen. Dennoch sind die Industrieunternehmen im Jahr 2012 auf Wachstumskurs geblieben. Für die weitere Konjunkturentwicklung wird entscheidend sein, ob die Exporte nach Übersee und die Nachfrage der heimischen Konsumenten weiterhin stärker als die negativen konjunkturellen Einflüsse aus den Euro-Krisenstaaten sind. Wenn zudem noch die Investitionen an Breite zulegen, kann eine wirkliche Konjunkturwende stattfinden.
Geschäftserwartungen für 2013 überwiegend zuversichtlich
Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sich nach der Eintrübung im Herbst wieder aufgehellt. Die Unternehmen sehen trotz der aktuellen wirtschaftlichen Abkühlung der weiteren Geschäftsentwicklung im Jahr 2013 vorsichtig optimistisch entgegen. Während 22 Prozent (Vorquartal 14 Prozent) der Betriebe mit einem günstigen Geschäftsverlauf rechnen, blicken 18 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) der Unternehmen mit Skepsis in die Zukunft.
Die Beschäftigungspläne für die kommenden zwölf Monate fallen gleich wie im Vorquartal aus. Die Mehrheit der Unternehmen will in diesem Jahr die Zahl ihrer Arbeitsplätze konstant halten (71 Prozent) oder sogar erhöhen (18 Prozent), nur 11 Prozent der Betriebe wollen die Beschäftigtenzahl reduzieren.
Industrie spürt Auftragsrückgang
In der Industrie, die maßgeblich die regionale Wirtschaftsentwicklung bestimmt, hat sich die Lagebeurteilung im Vergleich zum Vorquartal verschlechtert. 39 Prozent (Vorquartal 47 Prozent) der Unternehmen bezeichnen den Geschäftsverlauf als gut, während ein Zehntel (Vorquartal 7 Prozent) der Betriebe mit der aktuellen Geschäftslage nicht zufrieden ist. Der bis zum Herbst 2012 in der Tendenz rückläufige Auftragseingang aus dem In- und Ausland hat seine Spuren hinterlassen.
Im 4. Quartal 2012 hat sich die Situation bei den ausländischen Auftragseingängen zumindest per saldo wieder verbessert. Dies deutet auf eine Belebung der internationalen Nachfrage hin. 19 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) der Betriebe konnten einen Zuwachs bei den Auslandsorders erzielen. 26 Prozent (Vorquartal 38 Prozent) der Unternehmen mussten einen Rückgang hinnehmen. Im Bereich der Inlandsorders ist ebenfalls per saldo eine Verbesserung festzustellen. 15 Prozent (Vorquartal 18 Prozent) der Betriebe berichten über einen Anstieg bei den inländischen Auftragseingängen, während nur noch 26 Prozent (Vorquartal 38 Prozent) Einbußen hinnehmen mussten. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung liegt aktuell bei 84 Prozent (Vorquartal 85 Prozent). 36 Prozent der Betriebe rechnen mit steigenden Umsätzen in den nächsten zwölf Monaten, während 18 Prozent Umsatzeinbußen befürchten.
In Bezug auf die Geschäftsentwicklung im weiteren Jahresverlauf haben sich die Erwartungen der Industriebetriebe wieder in den positiven Bereich hineinbewegt. 24 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) der Unternehmen kalkulieren mit einem günstigeren Verlauf. 18 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) der Betriebe blicken eher pessimistisch in die Zukunft. Auch die Exporterwartungen fallen deutlich optimistischer als im Vorquartal aus. 37 Prozent der Unternehmen (Vorquartal 27 Prozent) rechnen mit einem Exportzuwachs. Bei den Beschäftigungsplanungen überwiegt leicht die Zahl der Betriebe, die neue Arbeitsplätze schaffen wollen. 17 Prozent der Betriebe sehen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl vor, während 15 Prozent einen Personalabbau erwägen. 23 Prozent der Industrieunternehmen planen 2013 mit steigenden, 58 Prozent mit gleich bleibenden Inlandsinvestitionen.
Baugewerbe trotz Abkühlung erneut Spitzenreiter
Das Stimmungsbild im regionalen Baugewerbe fällt im letzten Quartal des Jahres 2012 im Vergleich zu dem sehr hohen Niveau vom Herbst 2012 nicht mehr ganz so positiv aus. Während 47 Prozent (Vorquartal 74 Prozent) der Betriebe die aktuelle Geschäftslage als gut bezeichnen, ist nach wie vor kein Unternehmen mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Die Einschätzung der Bauproduktion sowie der Ertragslage hat sich gegenüber dem Vorquartal per saldo etwas verschlechtert. Unter anderem dürfte der frühe Wintereinbruch die Bautätigkeit zeitweilig beeinträchtigt haben. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung von Maschinen und Geräten lag im 4. Quartal 2012 bei 78 Prozent (Vorquartal 81 Prozent).
Die aktuelle Auftragslage insgesamt hat sich gegenüber dem Vorquartal wieder verbessert. Im Einzelnen berichten im gewerblichen Hochbau 39 Prozent der Betriebe von einem Anstieg der Auftragseingänge, lediglich 13 Prozent melden einen Rückgang. Auch im Wohnungsbau verzeichneten die Betriebe per saldo einen Auftragszuwachs. Hier berichten 20 Prozent von steigenden Auftragseingängen. Dagegen bleibt die Auftragslage im Straßen- und Tiefbau sowie im öffentlichen Hochbau rückläufig. Während jeweils kein Unternehmen steigende Auftragseingänge verbuchte, mussten 24 Prozent der Unternehmen im Straßen- und Tiefbau (Vorquartal 46 Prozent) und 30 Prozent der Betriebe im öffentlichen Hochbau (Vorquartal 52 Prozent) Einbußen hinnehmen.
Die Geschäftserwartungen im Baugewerbe haben sich nach dem starken Rückgang im Vorquartal per saldo verbessert. Nach wie vor überwiegen leicht die negativen Stimmen. 15 Prozent der Betriebe erwarten einen günstigeren Geschäftsverlauf in den nächsten zwölf Monaten. 18 Prozent rechnen mit einer schlechteren Entwicklung. Die Beschäftigungspläne sind gegenüber dem Vorquartal stabil geblieben. 18 Prozent ziehen Neueinstellungen in Betracht, kein einziges Unternehmen plant einen Beschäftigtenabbau.
Großhandel im Aufwärtstrend
Im Großhandel fällt die aktuelle Lageeinschätzung günstiger als im Vorquartal aus. 41 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) der regionalen Großhändler sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während 7 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) der Betriebe sich unzufrieden über die Geschäftslage äußern. Dabei beurteilt der produktionsverbindende Großhandel die Lage erneut deutlich besser als der konsumnahe Großhandel. 15 Prozent der Großhändler bezeichnen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig, 28 Prozent als zurückhaltend. Hinsichtlich des weiteren Geschäftsverlaufs im Jahr 2013 überwiegen nun wieder deutlich die optimistischen Stimmen. 24 Prozent rechnen mit einer günstigeren Entwicklung, 7 Prozent der Betriebe blicken pessimistisch in die Zukunft. Während kein Großhändler einen Personalabbau plant, wollen 11 Prozent die Beschäftigtenzahl erhöhen.
Nachlassende Dynamik im Einzelhandel
Die Stimmung im regionalen Einzelhandel hat sich gegenüber dem Vorquartal weiter verschlechtert. Es überwiegen nun erstmals seit fast vier Jahren wieder die negativen Stimmen. 19 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) der Einzelhändler sprechen von einem guten Geschäftsverlauf, während 22 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) der Unternehmen die aktuelle Lage als schlecht bezeichnen. Die Verunsicherung über die schwelende Euro-Schuldenkrise und die weitere Konjunkturentwicklung scheinen die Konsumenten zu bremsen. Die Einschätzung des Kaufverhaltens der Kunden durch die Einzelhändler fällt dennoch nicht mehr ganz so ungünstig wie im Vorquartal aus. 6 Prozent der Einzelhändler bezeichnen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig. 56 Prozent stufen es als saisonüblich angemessen ein, 38 Prozent sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten. Hinsichtlich der zukünftigen Umsatzentwicklung kalkulieren 23 Prozent der Einzelhändler mit Umsatzsteigerungen, während 32 Prozent rückläufige Umsätze erwarten. Die Erwartungen hinsichtlich des weiteren Geschäftsverlaufs im Jahr 2013 haben sich aufgehellt. Jeweils ein Viertel der Betriebe rechnet mit einer günstigeren bzw. ungünstigeren zukünftigen Geschäftsentwicklung. 3 Prozent der Betriebe ziehen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl in Betracht, 13 Prozent erwägen einen Personalabbau.
Dienstleister halten gutes Niveau
Die Beurteilung der konjunkturellen Situation durch die regionalen Dienstleister ist nach zwei Anstiegen in Folge per saldo auf dem Niveau des Vorquartals geblieben. 41 Prozent (Vorquartal 43 Prozent) der Dienstleistungsbetriebe melden eine gute Geschäftslage, während 3 Prozent (Vorquartal 5 Prozent) mit dem aktuellen Geschäftsverlauf nicht zufrieden sind. 51 Prozent der Unternehmen melden steigende Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal. 28 Prozent verbuchten eine Erhöhung bei den Auftragsvolumina. Mit jeweils rund 26 Prozent halten sich in Bezug auf die zukünftige Geschäftsentwicklung die optimistischen (Vorquartal 22 Prozent) und die pessimistischen Stimmen (Vorquartal 26 Prozent) die Waage. Anlass zu Optimismus geben die Beschäftigungspläne. 30 Prozent der Betriebe planen Neueinstellungen, lediglich 7 Prozent Stellenstreichungen.
Die Ergebnisse der nächsten Umfrage werden im Mai 2013 veröffentlicht.

Tel.: 07131 9677-135
Fax: 07131 9677-119
dorothee.kienzle@heilbronn.ihk.de





























