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Aktueller Konjunkturbericht
DOKUMENTNUMMER: SPO010070

Aktueller Wirtschaftslagebericht

STU - Aktueller Konjunkturbericht - AKTUELLES | TERMINEWirtschaftslagebericht der IHK Heilbronn-Franken für das 2. Quartal 2020

Corona-Krise trifft regionale Wirtschaft hart

Die Coronavirus-Pandemie und die zu ihrer Eindämmung getroffenen Maßnahmen beeinträchtigen das Wirtschaftsgeschehen im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken massiv. Sie haben die regionale Wirtschaft in eine tiefe Rezession geführt. Im 2. Quartal 2020 sind die Lageeinschätzungen der Unternehmen gegenüber dem Jahresanfang 2020 massiv eingebrochen. Vor allem in der Industrie und im Dienstleistungssektor sind die Lageindikatoren drastisch abgestürzt. Auch der Einzelhandel berichtet von gravierenden Umsatzeinbußen. Dagegen hat der Boom im Baugewerbe bisher der Corona-Krise weitgehend standgehalten. Trotz der zwischenzeitlichen Lockerungen fallen die Geschäftsaussichten insgesamt deutlich pessimistischer als zu Jahresbeginn 2020 aus. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken, an der 425 Betriebe aller Branchen und Größenklassen mit insgesamt rund 73.800 Beschäf­tigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen haben.

Die Lageurteile der regionalen Unternehmen sind im 2. Quartal 2020 gegenüber der Vorumfrage im 4. Quartal 2019 massiv abgestürzt. 20 Prozent (Vorumfrage 41 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als gut, während 41 Prozent (Vorumfrage 12 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate fallen trotz der schrittweisen Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen seit der zweiten Aprilhälfte erheblich pessimistischer als in der Umfrage zu Jahresbeginn 2020 aus. Während 21 Prozent (Vorumfrage 20 Prozent) der Unternehmen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf rechnen, blicken 40 Prozent (Vorumfrage 23 Prozent) pessimistisch in die Zukunft. Die Betriebe sehen in der Corona-Pandemie das größte Geschäftsrisiko (74 Prozent). Der Arbeitsmarkt wird durch den Konjunktureinbruch und die pandemiebedingten Einschränkungen massiv getroffen. 8 Prozent (Vorumfrage 18 Prozent) planen die Schaffung neuer Arbeitsplätze. 34 Prozent (Vorumfrage 22 Prozent) erwägen einen Personalabbau. Der Fachkräftemangel stellt noch für ein Viertel (Vorumfrage 51 Prozent) ein großes Geschäftshemmnis dar.

Keine schnelle Erholung in Sicht

Trotz Lockerung der Corona-Beschränkungen und angekündigter Unterstützungsmaßnahmen aus der Politik ist für die regionalen Unternehmen keine schnelle Erholung in Sicht. Der Weg zurück wird für die Wirtschaft lang und hart werden. Aufgrund der großen Verunsicherung ist das Investitionsverhalten der Betriebe stark zurückhaltend. Viele Unternehmen haben mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen, was zusätzlich Raum für zukunftsorientierte Investitionen einschränkt. Wegen der weltweiten Corona-Einschränkungen ist in diesem Jahr mit einem starken Exportrückgang zu rechnen. Mehr als jeder zweite Arbeitsplatz hängt in der Industrie am Export. Wichtig ist, dass sich Europa schnellstmöglich auf einen wirksamen Corona-Aufbauplan einigt, damit der Binnenmarkt anspringt. Offene Grenzen und ein freier Waren- und Personenverkehr sind unverzichtbar, damit es für die Wirtschaft wieder bergauf geht. Entscheidend wird auch eine weltweite Überwindung des Coronavirus sein.

Die Ergebnisse der nächsten Umfrage werden im Oktober 2020 veröffentlicht.

Ihr Ansprechpartner
Dorothee Kienzle
Dorothee KienzleReferentin Volkswirtschaft
Tel.: 07131 9677-135Fax: 07131 9677-88-135dorothee.kienzle@heilbronn.ihk.de
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