17.11.2020

Krisenerfahrung als Chance - Online-Event am 30. November

Eine eigene Gründungserfahrung zu machen, ist ein wertvolles Gut. Viele Gründer starten mit großartigen Ideen, viel Engagement und der Überzeugung, für sich und die Welt ein innovatives Produkt oder eine wertvolle Dienstleistung anzubieten. Gleiches gilt für Nachfolger. Oft sind diese Situationen verbunden mit einer hohen Identifikation mit dem ihrem Unternehmen und der Aufgabe sowie dem Wunsch erfolgreich zu sein und anerkannt zu werden.
Nicht jeder ist erfolgreich
Dem steht die Erfahrung gegenüber, dass es nicht jedes Unternehmen schafft, erfolgreich im Wettbewerb um Kunden, bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern und der Bewältigung der verschiedensten Veränderungen zu bestehen. Die Corona-Krise zeigt uns deutlich, dass es auch externe, nicht beeinflussbare, Auslöser sind, die zu einer Insolvenz führen. Mit rund 9.000 eröffneten Insolvenzverfahren im Jahr 2019 hat in Baden-Württemberg jedes fünfzigste Unternehmen Insolvenz angemeldet. Eine historisch niedrige Zahl. Jedoch rechnen Experten mit einem deutlichen Ansteigen der Firmeninsolvenzen im Herbst dieses Jahres und in den nächsten Jahren.
Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Zu den objektiven Hauptursachen zählen oft ein unzureichendes Controlling und Liquiditätsmanagement, ein falscher Führungsstil und Fehler bei der strategischen Ausrichtung. Darüber hinaus entstehen viele Unternehmenskrisen durch unerwartete Ereignisse, wie beispielsweise plötzliche Marktveränderungen, insolvente Kunden oder Lieferschwierigkeiten von Lieferanten. Ereignisse, auf die sich Unternehmen oft nur bedingt vorbereiten können. Auf der subjektiven Ebene zählen zu den Hauptursachen das Nicht-Erkennen-Wollen unangenehmer Tatsachen, alles allein besser machen zu können und der fehlende Mut, unangenehme Wahrheiten anzuerkennen. Rechtzeitig erkannt und angepackt lassen sich aber viele Probleme proaktiv und erfolgreich lösen.
Aus Krisen und Scheitern lernen
In Krisenerfahrungen steckt unternehmerisches Potenzial, das genutzt werden sollte. Dies ist der Grundgedanke eines europäischen Projekts zum Thema Förderung von Re-Startern und Unternehmern der zweiten Chance. Es baut auf der Erkenntnis auf, dass Lernen aus Krisen und Scheitern wichtig und wertvoll ist, aber gefördert werden muss, da es nicht unbedingt automatisch geschieht.
Pilotprojekt Re-Starter Training
Unternehmer, Gründer und Nachfolger in der Krise machen Erfahrungen, die es wert sind, öfter geteilt zu werden. Es sind häufig Erfahrungen, die für eine weitere Gründung die Basis des Erfolgs sein können. Das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) hat nachgewiesen, dass Zweit- und Mehrfachgründer erfolgreicher sind als Neugründer, wenn Unternehmer aus ihren Fehlern gelernt haben.
Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg fördert daher ein Pilotprojekt, in dem in Zusammenarbeit mit IHKs/HWKs Re-Starter Trainings angeboten werden. Menschen in oder nach einer unternehmerischen Krise wird dort ein geschützter Raum gegeben, in dem sie (anonym) gemeinsam von krisenerfahrenen Trainern, dabei unterstützt werden, mit einer unternehmerischen Krisen- oder Insolvenzerfahrung proaktiv umzugehen und einen erfolgreichen Re-Start zu ermöglichen. Darüber hinaus bietet es Gründern, Nachfolgern und anderen Teilnehmenden ein Sensibilisierungstraining, um Kompetenzen zur frühzeitigen Krisenbewältigung zu stärken.
Termin und Anmeldung
Das Re-Starter Training in Zusammenarbeit mit der IHK Heilbronn-Franken findet am 30. November von 10:00 bis 16:00 Uhr als Online-Event statt. Das Training ist für die Teilnehmer kostenfrei. Für weitere Informationen und die Anmeldung bitte auf die integrierten Links klicken.