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Pressemitteilungen
DOKUMENTNUMMER: PRN004093

Ausblick deutlich gedämpft

Stellen den Wirtschaftslagebericht der IHK Heilbronn-Franken für das zweite Quartal 2019 vor: IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring und Dr. Helmut Kessler, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer.Wirtschaftslagebericht der IHK Heilbronn-Franken für das 2. Quartal 2019

Die Wirtschaft im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken bewegt sich nach wie vor auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Die stark exportorientierte Industrie durchlebt allerdings eine Durststrecke. Die Binnenkonjunktur ist weiter intakt. Nach wie vor in guter Verfassung befindet sich das regionale Baugewerbe. Auch die Großhändler und der Dienstleistungssektor berichten über eine verbesserte Geschäftssituation. Etwas weniger zufrieden mit der aktuellen Entwicklung – aber weiterhin auf hohem Niveau - zeigt sich der Einzelhandel. Insgesamt sind die Geschäftsaussichten für die kommenden zwölf Monate aufgrund der unkalkulierbaren außenwirtschaftlichen Risiken deutlich gedämpft.

Die regionalen Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage im 2. Quartal 2019 geringfügig besser als im Vorquartal. 47 Prozent (Vorquartal 44 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe berichten von einer guten aktuellen Lage, während 8 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) der Unternehmen mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Die Lageeinschätzungen bleiben damit auf einem im langfristigen Vergleich überdurchschnittlich hohen Niveau. Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sich hingegen erneut verschlechtert. Es überwiegen nur noch leicht die optimistischen Stimmen. Während ein Fünftel (Vorquartal 26 Prozent) der Betriebe von einer günstigeren Geschäftsentwicklung ausgeht, zeigen sich 16 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) hinsichtlich des zukünftigen Geschäftsverlaufs skeptisch.
 
Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken: „Noch ist die Lage gut, aber der Optimismus schwindet. Angesichts der schwachen Weltkonjunktur, schwelender Handelskonflikte und wachsenden geopolitischen Risiken verwundert dies nicht. Bisher setzt die Binnennachfrage ein Gegengewicht zu den außenwirtschaftlichen Belastungen. Noch vermag niemand abzuschätzen, ob sich die globale Risikosituation zumindest teilweise entspannt und die Weltwirtschaft wieder mehr an Schwung gewinnt.“

Industrie verliert leicht
Die aktuelle Geschäftslage wird von den regionalen Industrieunternehmen per saldo nur wenig ungünstiger als im Vorquartal beurteilt. Wie im Vorquartal sprechen 45 Prozent der Betriebe von einer guten Geschäftslage, während 11 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) der Unternehmen mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind.
 
Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland sind weiter gesunken. Angesichts der schwächelnden Weltkonjunktur melden nur noch 14 Prozent (Vorquartal 24 Prozent) der Unternehmen steigende Auslandsorders. 29 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) klagen dagegen über Einbußen. Im Bereich der Inlandsorders verweisen 16 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) auf einen Zuwachs, während 31 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) über Rückgänge bei den inländischen Auftragseingängen berichten.
 
In Bezug auf die Geschäftsentwicklung in den nächsten zwölf Monaten zeigen sich die Industriebetriebe erheblich weniger zuversichtlich als im Vorquartal. 23 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) der Unternehmen erwarten einen günstigen Geschäftsverlauf, ein Fünftel (Vorquartal 13 Prozent) geht hingegen von einer schlechteren Entwicklung aus. 30 Prozent (Vorquartal 39 Prozent) der Betriebe erwarten ein Umsatzwachstum, während 22 Prozent (Vorquartal 17 Prozent) Umsatzeinbußen befürchten. Die Exporterwartungen haben sich gegenüber dem Vorquartal erneut verschlechtert. Während 21 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) der Industrieunternehmen mit steigenden Exporten rechnen, kalkuliert ein Fünftel (Vorquartal 21 Prozent) mit einem rückläufigen Auslandsgeschäft. Auch die Investitionsbereitschaft hat gegenüber dem Vorquartal per saldo weiter abgenommen. Wie im Vorquartal plant ein Drittel mit steigenden Investitionsausgaben im Inland, während 21 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) ein rückläufiges Investitionsniveau vorsehen. Mehr Unternehmen (24 Prozent, Vorquartal 16 Prozent) planen mit einem Personalabbau als mit Neueinstellungen (18 Prozent, Vorquartal 25 Prozent).
 
Dienstleistungsgewerbe leicht verbessert
Die Beurteilung der konjunkturellen Situation der Betriebe im Dienstleistungssektor fällt besser als im Vorquartal aus. 39 Prozent (Vorquartal 34 Prozent) der Unternehmen bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als gut, während 8 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) der Dienstleister mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Überdurchschnittlich gut laufen die Geschäfte bei den Beratungsdienstleistern, in der Informationswirtschaft sowie im Verkehrsgewerbe. Bei 48 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) der Dienstleister sind die Umsätze gegenüber dem Vorquartal gestiegen, während 23 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) über Umsatzeinbußen klagen. 24 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) melden steigende Auftragsvolumina, während ebenso viele Dienstleister wie auch schon im Vorquartal von einem rückläufigen Auftragsvolumen berichten.

Die Einschätzung der Geschäftsentwicklung bleibt verhalten optimistisch. 22 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) rechnen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf, während 16 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) pessimistisch in die Zukunft blicken.
 
Baugewerbe weiterhin in sehr guter Verfassung
Während 72 Prozent (Vorquartal 73 Prozent) der Betriebe den Geschäftsverlauf als gut bezeichnen, spricht wie im Vorquartal kein Unternehmen von einer schlechten Geschäftslage.

Die Auftragseingänge haben sich per saldo ungünstiger als im Vorquartal entwickelt. 21 Prozent (Vorquartal 30 Prozent) melden steigende Auftragseingänge, während 9 Prozent (Vorquartal 3 Prozent) Auftragseinbußen hinnehmen mussten. Per saldo rückläufige Auftragseingänge sind dabei in allen Teilbereichen vom gewerblichen Hochbau über den Wohnungsbau, den Straßen- und Tiefbau bis zum öffentlichen Hochbau festzustellen.

Die zukünftigen Geschäftsaussichten bleiben positiv. Wie im Vorquartal gehen 95 Prozent aller Betriebe von einer gleichbleibenden oder positiven Entwicklung aus.

Großhandel verbessert
Die Lageurteile im Großhandel fallen per saldo optimistischer als im Vorquartal aus. Während 71 Prozent (Vorquartal 55 Prozent) der Betriebe eine gute Geschäftslage melden, sind 3 Prozent (Vorquartal 2 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Bei den Bestellungen ist gegenüber dem Vorquartal per saldo eine nahezu stabile Entwicklung festzustellen. 34 Prozent (Vorquartal 39 Prozent) der Großhändler melden steigende Bestelltätigkeit, 11 Prozent (Vorquartal 14 Prozent) berichten über einen Rückgang.

Hinsichtlich der zukünftigen Geschäftsentwicklung zeigt sich der regionale Großhandel ähnlich zuversichtlich wie im Vorquartal. 28 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) der Betriebe rechnen mit einem günstigen Geschäftsverlauf, während 5 Prozent (Vorquartal 4 Prozent) skeptisch in die Zukunft blicken.

Einzelhandel auf hohem Niveau verschlechtert
43 Prozent (Vorquartal 48 Prozent) der Einzelhändler halten den Geschäftsverlauf für gut. 17 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) der Betriebe melden eine schlechte Geschäftslage. Die Einschätzung des Kaufverhaltens der Kunden durch die Einzelhändler fällt per saldo ungünstiger als im Vorquartal aus.
5 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) stufen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig ein. 71 Prozent (Vorquartal 48 Prozent) bezeichnen es als saisonüblich angemessen und 24 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten.

7 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) der Einzelhändler erwarten eine günstigere zukünftige Geschäftsentwicklung. 17 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) blicken hingegen eher skeptisch in die Zukunft. Die zukünftige Umsatzentwicklung beurteilen die Betriebe optimistischer als im Vorquartal. 28 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) rechnen mit steigenden Umsätzen, 21 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) kalkulieren mit Umsatzeinbußen.

Arbeitsmarktentwicklung schwächelt
Bei den Beschäftigungsplanungen der Unternehmen sind Spuren der konjunkturellen Abschwächung erkennbar. Der Saldo aus positiven und negativen Stimmen liegt mittlerweile leicht im negativen Bereich. Im Einzelnen sehen 16 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) der Unternehmen Neueinstellungen vor, während 19 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) eine Reduzierung der Beschäftigtenzahl erwägen. Nach wie vor stellt der Fachkräftemangel mit 57 Prozent (Vorquartal 62 Prozent) das größte Geschäftshemmnis für die Unternehmen dar.

An der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken haben 401 Unternehmen mit rund 69.800 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen.

Ihr Ansprechpartner
Dr. Detlef Schulz-Kuhnt
Dr. Detlef Schulz-KuhntMitglied der Geschäftsleitung | Leiter Kommunikation, Informationstechnologie, Facility Management | Pressesprecher
Tel.: 07131 9677-106Fax: 07131 9677-88-106detlef.schulz-kuhnt@heilbronn.ihk.de
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