21.09.2020

Weiterbildung von Berufskraftfahrern

Die Bundesrepublik Deutschland hat mit dem "Gesetz zur Einführung einer Grundqualifikation und Weiterbildung der Fahrer im Güterkraft- und Personenverkehr" (BKrFQG) die Richtlinie 2003/59/EG in deutsches Recht umgesetzt. Dadurch sind Fahrerinnen und Fahrer der Fahrerlaubnisklassen  C1, C1E, C oder CE sowie Fahrerinnen und Fahrer von Fahrzeugen mit mehr als acht Fahrgastplätzen (Fahrerlaubnisklassen  D1, D1E, D und DE) im gewerblichen Verkehr verpflichtet, alle 5 Jahre ihre Kenntnisse durch Teilnahme an einer Weiterbildungsschulung aufzufrischen.
Die Fahrenden erhalten einen Weiterbildungsnachweis vom Schulungsveranstalter, den sie der Fahrerlaubnisbehörde vorlegen müssen. Die Weiterbildung wird dann durch den Eintrag im Führerschein dokumentiert. In Deutschland erfolgt hierzu eine Eintragung der Ziffer 95 in Verbindung mit einer Frist in der Spalte 12 der Fahrerlaubnis (Beispiel: 95.01.03.2025).
Die Weiterbildung erfolgt in Lehrgängen mit 35 Unterrichtsstunden zu je 60 Minuten. Diese 35 Pflichtstunden können auf fünf einzelne „Blöcke" von jeweils 7 Stunden aufgeteilt und müssen nicht am Stück hintereinander absolviert werden. Viele Schulungsveranstalter sprechen bei den Blöcken von  “Modulen”. Der jeweilige 7-Stunden-„Einzelblock" kann gesplittet werden, wenn zwischen den Teilen ein enger zeitlicher Zusammenhang gegeben ist (z. B. Freitagnachmittag und der folgende Samstagvormittag). 
Die Teilnahme an einzelnen „Weiterbildungsblöcken“ kann durch Teilbescheinigungen nachgewiesen werden. Für den Fall, dass ein Fahrer oder eine Fahrerin das Unternehmen wechselt, werden die Weiterbildungsmaßnahmen/-zeiten, die bereits für den aktuellen 5-Jahres-Zeitraum absolviert wurden, angerechnet. 
Für die Weiterbildung ist ausschließlich die Teilnahme am Lehrgang verpflichtend. Eine Abschlussprüfung ist nicht vorgesehen. 

Fristen und Termine für die Weiterbildung
In der Regel wird der Nachweis der Weiterbildung jeweils 5 Jahre nach der Grundqualifikation erforderlich.
Beispiel:
Die Grundqualifikation/beschleunigte Grundqualifikation bzw. die Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer wird zum 1. August 2020 abgeschlossen. Die Weiterbildung muss daher bis zum 30. Juli 2025 erfolgen.
Fahrende, die einen längeren Zeitraum ihre Fahrerlaubnis nicht gewerblich genutzt haben und daher keinen gültigen Weiterbildungsnachweis in der Fahrerlaubnis eingetragen haben, müssen vor Tätigkeitsaufnahme im gewerblichen Verkehr die komplette Weiterbildung von 35 Stunden absolvieren und bei der Fahrerlaubnisbehörde die Eintragung in eine neue Fahrerlaubnis beantragen.

Weiterbildungsstätten
Anerkannte Ausbildungsstätten für die Weiterbildung sind:
  • Fahrschulen mit einer Fahrschulerlaubnis der Klasse DE nach § 10 Abs. 2 des Fahrlehrergesetzes, sofern die Fahrschulerlaubnis nicht ruht,
  • Fahrschulen und Fahrlehrerausbildungsstätten, die nach § 30 Abs. 3 des Fahrlehrergesetzes keiner Fahrschulerlaubnis und keiner Anerkennung bedürfen,
  • Ausbildungsbetriebe, die eine Berufsausbildung in den in § 4 Abs. 1 Nr. 2 genannten Ausbildungsberufen durchführen,
  • Bildungseinrichtungen, die eine Umschulung zum Berufskraftfahrer/zur Berufskraftfahrerin oder zur Fachkraft im Fahrbetrieb auf der Grundlage einer nach § 58 oder § 59 des Berufsbildungsgesetzes, jeweils in Verbindung mit § 60 des Berufsbildungsgesetzes, erlassenen Regelung durchführen.
Zusätzlich kann die zuständige Landesbehörde (in Baden-Württemberg: Landratsämter in Landkreisen, Bürgermeisterämter in den Stadtkreisen) Ausbildungsstätten anerkennen. Eine Übersicht uns gemeldeter Ausbildungsstätten ist unter “Weitere Informationen” beigefügt.