26.10.2021

KfW-Analyse: Mittelstand von Corona-Krise hart getroffen

Die Corona-Pandemie hat den Mittelstand in Deutschland mit Wucht getroffen. Dennoch sind die Unternehmen insgesamt glimpflich durch das Krisenjahr 2020 gekommen.
Wie das KfW-Mittelstandspanel 2021 zeigt, mussten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im vergangenen Jahr Umsatzverluste in Höhe von 277 Mrd. EUR hinnehmen. Die enorme Anpassungsfähigkeit des Mittelstands hat dabei Schlimmeres verhindert. Vor allem der rasche Auf- und Ausbau digitaler Vertriebswege hat sich für viele Unternehmen als Rettungsanker erwiesen. Über 850.000 KMU haben Umsätze über digitale Kanäle erzielt, rund 200.000 mehr als im Jahr zuvor. Für das laufende Jahr erwartet zwar jedes dritte Unternehmen weitere Rückgänge beim Umsatz, insgesamt berichten die Unternehmen aktuell aber von einem Aufwärtstrend, die mittelfristigen Erwartungen pendeln sich auf Vorkrisenniveau ein.
Trotz harter Einschnitte beim Umsatz blieben die KMU profitabel. Die durchschnittliche Umsatzrendite ist nur leicht gesunken und hat sich damit als krisenfest erwiesen. Hierzu dürften auch die zahlreichen wirtschaftspolitischen Stabilisierungs- und Unterstützmaßnahmen zum Ausgleich von Umsatzverlusten beigetragen haben. Dadurch ist der vielfach befürchtete massive Einbruch der Eigenkapitalausstattung in der Breite des Mittelstands bislang ausgeblieben. Im Detail zeigt sich allerdings eine starke Ungleichverteilung: Große KMU verzeichnen kaum sichtbare Rückgänge, wohingegen kleine Unternehmen herbe Einschnitte hinnehmen mussten.
Die Corona-Krise hat die Investitionslaune des Mittelstandes im Jahr 2020 gedämpft. Noch nie haben so viele Unternehmen ihre Pläne nicht umgesetzt. Zahlreiche Unternehmen haben zur Deckung ihrer Liquiditätslücke auf Mittel zurückgegriffen, die eigentlich für Investitionen eingeplant waren. Größere Vorhaben wurden zurückgestellt. Dagegen haben kleinere Projekte, um sich rasch an die Krisensituation anzupassen, das Investitionsgeschehen dominiert. 
Quelle: KfW-Pressemitteilung