25.02.2021

Abschlussprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit

Zahlreiche Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken haben anlässlich der Corona-Pandemie zum ersten Mal Kurzarbeit angezeigt.  Trotz der Ausnahmesituation und der hohen Anzahl der Anträge ist der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam mit den Unternehmen ganz überwiegend eine schnelle und reibungslose Bearbeitung der Kurzarbeitergeldanträge gelungen. 
Derzeit bereitet sich die Bundesagentur für Arbeit auf die Abschlussprüfungen bei Beendigung der Kurzarbeit vor und hat Informationen über den Grund der Abschlussprüfungen und deren Ablauf zusammengestellt: 
  • Beim ersten Lockdown im März 2020 war es der Bundesagentur für Arbeit wichtig, den vielen Unternehmen und deren Beschäftigten, die um ihre Existenz bangen mussten, schnell zu helfen und Arbeitsplätze zu sichern. Aus diesem Grunde hat die Bundesagentur für Arbeit ihre Prozesse vereinfacht und kurzfristig zahlreiche Beschäftigte geschult und für das Kurzarbeitergeld eingesetzt, um eine schnelle Bearbeitung und Auszahlung sicherzustellen. In der Folge trafen geschulte, aber ungeübte Sachbearbeiter auf häufig ebenso unerfahrene Betriebe. Hinzu kam, dass sich die Rechtslage mehrmals in kurzen Zeitabständen änderte, worauf beide Seiten reagieren mussten. Dies hat zu Fehlern auf beiden Seiten geführt. Die Fehler konnten zum Teil in den monatlichen Abrechnungen behoben werden. Soweit dies nicht der Fall war, können diese aber spätestens jetzt in den Abschlussprüfungen korrigiert werden. Dies ist Sinn und Zweck der Abschlussprüfungen.
  • Die Abschlussprüfungen sind wichtig, weil die Bundesagentur für Arbeit dadurch finanzielle Schäden für die Versichertengemeinschaft vermeiden kann. 
  • Wenn das Unternehmen Kurzarbeitet beendet, folgt in jedem Fall eine intensive Abschlussprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit. Ab April 2021 beginnt die Bundesagentur nach und nach in jedem Betrieb, der Kurzarbeit beendet hat, mit den Schlussrechnungen. Dafür werden spezielle Prüfteams eingesetzt, die intensiv und teilweise auch vor Ort im Betrieb prüfen. 
  • Die Betriebe rechnen die tatsächliche Kurzarbeit immer monatlich und nachträglich mit der Arbeitsagentur ab. Diese Abrechnungen werden geprüft und bis zur Abschlussprüfung auch nur vorläufig bewilligt. Erst nach der Abschlussprüfung wird ein abschließender Bescheid erstellt. Ergibt die Abschlussprüfung, dass zu viel Geld ausgezahlt wurde, wird dieses seitens der Bundesagentur für Arbeit zurückgefordert.
  • Für die geprüften Betriebe entsteht dadurch ein zusätzlicher Aufwand, der jedoch leider nicht zu vermeiden ist. Die Bundesagentur für Arbeit wird alles daransetzen, so aufwandsschonend wie möglich vorzugehen, wobei aber bei den Abschlussprüfungen Prüfgenauigkeit aus Verantwortung für die Versichertengelder vor Schnelligkeit geht. 
  • Die intensiven Abschlussprüfungen gehen nicht auf ein Misstrauen gegenüber den Betrieben zurück. Sie sollen vielmehr sicherstellen, dass das Kurzarbeitergeld in der korrekten Höhe ausgezahlt wurde. Die Abschlussprüfungen dienen somit auch dem Interesse aller Beitragszahler – Arbeitgebern wie Beschäftigten.