14.01.2021

Aktuelle Steuerschätzung vom November 2020

Im Vergleich zur Steuerschätzung von September 2020 prognostizieren die Experten eine bessere Entwicklung der Steuereinnahmen für 2020 und Folgejahre als bisher angenommen. Basis ist die überraschend kräftige Erholung der Wirtschaft im dritten Quartal.
Verglichen mit der Steuerschätzung vom September 2020 werden die Steuereinnahmen insgesamt im Jahr 2020 um 10,6 Mrd. Euro höher ausfallen. Für den Bund ergeben sich dabei Mehreinnahmen von 3,4 Mrd. Euro und für die Länder von 5,3 Mrd. Euro. Die Einnahmen der Gemeinden steigen um 1,4 Mrd. Euro. Auch in den Jahren 2021 bis 2023 wird das Steueraufkommen insgesamt über dem Schätzergebnis vom September 2020 liegen.  
Die Annahmen zu Steuerschätzung sind ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in 2020 in Höhe von 5,5 Prozent und ein Wachstum in 2021 in Höhe von 4,4 Prozent.  
Die Unternehmens- und Vermögenseinkommen (UVE) sind die zentrale Fortschreibungsgröße für die gewinnabhängigen Steuerarten. Für das Jahr 2020 wird mit einem kräftigen Rückgang der UVE um 10,3 Prozent gerechnet. Wohl aufgrund der Einschränkungen des Novembers fällt dieser Rück-gang sogar größer aus als in der Septemberschätzung (damals -8,3 Prozent). Ab dem kommenden Jahr setzt dann eine Erholung ein (+8,7 Prozent für 2021, +0,9 Prozent für 2022, + 2,7 Prozent für die Jahre 2023 bis 2025). 
Dementsprechend unterschiedlich ist auch die Entwicklung in einzelnen Steuerarten – zumindest für dieses Jahr. Die Umsatzsteuerprognose ändert sich zur Septemberschätzung gar nicht (-10,1 Prozent). Deutlicher verändern sich die unternehmensbezogenen Steuern. Die Schätzung für die veranlagte Einkommensteuer (unter anderem der Selbständigen und Personenunternehmen) wird sehr kräftig nach oben korrigiert – von -16,3 Prozent im September auf -8,9 Prozent in der November-Schätzung. Die veranlagte Einkommensteuer leistet damit einen Beitrag zum Steueraufkommen in 2020 in Höhe von voraussichtlich 58 Mrd. Euro. Bei der Körperschaftsteuer gibt es auch eine positive Tendenz – die Schätzung korrigiert von -38,5 Prozent (September) auf -34 Prozent (November-Schätzung). Selbst in dieser tiefen Krise wird die Körperschaftsteuer ein Aufkommen von voraussichtlich 21 Mrd. Euro in diesem Jahre generieren.  
Die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinden sinken von 55 Mrd. Euro in 2019 auf voraussichtlich 43 Mrd. Euro in 2020. Bereits 2021 sollen sie dann wieder auf 49,4 Mrd. Euro steigen. Hier ändert sich nur wenig im Vergleich zur Septemberschätzung.