21.10.2021

Aktueller IHK-Wirtschaftslagebericht für das 3. Quartal 2021

Erholung hält trotz Bremseffekten an
Im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken hat sich die konjunkturelle Erholung im 3. Quartal 2021 fortgesetzt. Die Lageurteile der regionalen Unternehmen erreichen den höchsten Stand seit rund drei Jahren. Besonders der Einzelhandel, die Dienstleister und das Hotel- und Gaststättengewerbe melden aufgrund der Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen eine deutlich verbesserte Geschäftslage. Auch das Baugewerbe berichtet von sehr guten Geschäften. Hingegen bremsen in der Industrie die Materialknappheiten den Aufwärtstrend. Die Aussichten der regionalen Wirtschaft für die kommenden Monate trüben sich durch die Lieferengpässe und mögliche Corona-Einschränkungen im Winter auf hohem Niveau ein. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken, an der 417 Betriebe aller Branchen und Größenklassen mit insgesamt rund 91.000 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen haben.

Lageurteile auf höchstem Stand seit rund drei Jahren
Die Lageurteile der regionalen Unternehmen klettern seit dem Tiefpunkt im 2. Quartal 2020 ungebrochen weiter. Sie erreichen im 3. Quartal 2021 den höchsten Stand seit rund drei Jahren. Die Hälfte (Vorquartal 47 Prozent) der Betriebe bezeichnet die aktuelle Geschäftslage als gut, während ein Zehntel (Vorquartal 16 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden ist. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sich auf hohem Niveau etwas verschlechtert. Sie liegen weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. 34 Prozent (Vorquartal 42 Prozent) der Betriebe rechnen mit einem günstigeren zukünftigen Geschäftsverlauf. Wie im Vorquartal blicken lediglich 9 Prozent mit Skepsis in die Zukunft. Ihre Finanzierungssituation (PDF-Datei · 232 KB) beurteilt insgesamt noch knapp ein Viertel (Vorquartal 45 Prozent) als problematisch.

Rohstoffversorgung und Fachkräftemangel bereiten große Sorgen
Große Sorgen bereitet den Unternehmen nach wie vor das Thema Rohstoffversorgung. 64 Prozent (Vorquartal 63 Prozent) der Betriebe geben hohe Energie– und Rohstoffpreise als Geschäftsrisiko (PDF-Datei · 222 KB)an. Neben der Corona-Pandemie mit 39 Prozent (Vorquartal 50 Prozent) stellt der Fachkräftemangel (PDF-Datei · 247 KB) mit 58 Prozent (Vorquartal 48 Prozent) ein weiteres großes Geschäftsrisiko dar. Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ist erneut gestiegen. 29 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) planen Neueinstellungen, während 11 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) Stellenstreichungen in Betracht ziehen. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt dürfte sich daher in den nächsten Monaten fortsetzen.

Konjunkturelle Erholung ist kein Selbstläufer
Die Konjunkturerholung ist kein Selbstläufer, wie die nachlassenden Geschäftserwartungen der Unternehmen zeigen. Die Corona-Pandemie bleibt eine Belastung. Unterbrochene Lieferketten und Preissteigerungen wirken sich für viele Unternehmen negativ aus. Gleichzeitig haben besonders vom Lockdown betroffene Betriebe ihre Verluste noch nicht aufgeholt. Sie kämpfen weiter mit Liquiditätsengpässen. Im Dienstleistungssektor sorgt zudem die Entwicklung der Infektionszahlen im Winter für Unsicherheit. Die regionale Wirtschaft benötigt daher verlässliche und wachstumsfreundliche Rahmenbedingungen, damit sich die Erholung stabilisieren und an Tiefe gewinnen kann. Das konjunkturelle Wachstum dürfte in den nächsten Monaten abflachen. Mit dem Nachfragestau in der Industrie besteht Potenzial für einen Wachstumsschub, sobald sich die Angebotsengpässe bessern. Damit dürfte allerdings erst im Laufe des kommenden Jahres zu rechnen sein.
TIPP: zum Hineinzoomen in die Grafik, diese anklicken und mit gehaltener linker Maustaste nach rechts und nach unten ziehen.
Die Linien geben jeweils den Saldo der Prozentanteile positiver und negativer Urteile der Unternehmen aller Branchen zur aktuellen Geschäftslage sowie zur erwarteten Geschäftslage an.
Audio-Beitrag: IHK-Konjunkturreferentin Dorothee Kienzle zu den Ergebnissen der IHK-Konjunkturumfrage

Die vollständigen Ergebnisse enthält der Wirtschaftslagebericht zum Download. Die Ergebnisse der nächsten Umfrage werden im Februar 2022 veröffentlicht.