11.02.2021

Aktueller IHK-Wirtschaftslagebericht für das 4. Quartal 2020

Neuer Lockdown bremst Konjunkturerholung

Die zweite Corona-Welle bremst am Jahresanfang 2021 die Aufholbewegung der Wirtschaft im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken. Die aktuelle Geschäftslage schätzen die Unternehmen im 4. Quartal 2020 geringfügig besser als in den Vormonaten ein. Konjunkturmotor ist derzeit die Industrie. Hier fallen die Lageurteile spürbar positiver als in den Vormonaten aus. Zudem bleibt die Baukonjunktur bei einer leichten Eintrübung auf hohem Niveau. Dagegen meldet der Handel deutlich schlechtere Geschäfte. Auch die Dienstleister schätzen ihre Lage trotz einer Erholung überwiegend negativ ein. Die Geschäftsaussichten bleiben auf dem Niveau des Vorquartals. Es besteht vorsichtiger Optimismus. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken, an der 443 Betriebe aller Branchen und Größenklassen mit insgesamt rund 93.000 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen haben.
Die aktuelle Geschäftslage wird von den regionalen Unternehmen insgesamt noch etwas besser als im Vorquartal beurteilt. Ein Drittel (Vorquartal 30 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe bezeichnet die aktuelle Lage als gut, während 22 Prozent (Vorquartal 28 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind. Die Geschäftserwartungen der Betriebe sind gegenüber dem Vorquartal per saldo stabil geblieben. Es herrscht vorsichtiger Optimismus. Während wie im Vorquartal 30 Prozent mit einem günstigeren Geschäftsverlauf rechnen, blicken 21 Prozent mit Skepsis in die Zukunft.
Von Vorkrisenniveau noch deutlich entfernt
Vom Vorkrisenniveau ist die regionale Wirtschaft allerdings noch deutlich entfernt. Nur 16 Prozent der Unternehmen arbeiten bereits wieder auf Vorkrisenniveau. 42 Prozent rechnen im Jahresverlauf mit einer Rückkehr zur normalen Geschäftstätigkeit. Etwas mehr als ein Fünftel kalkuliert im Jahr 2022 mit einer Rückkehr zur Normalität. 78 Prozent (Vorquartal 74 Prozent) sehen in der Corona-Pandemie das größte Geschäftsrisiko. Der Fachkräftemangel stellt für 30 Prozent (Vorquartal 36 Prozent) ein Geschäftshemmnis dar. Trotz des Lockdowns entwickelt sich der Arbeitsmarkt robust. 15 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) der Unternehmen wollen neue Arbeitsplätze schaffen, während 24 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) einen Personalabbau erwägen.
Entwicklung der Wirtschaft zweigeteilt
Rund ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie arbeiten sich die Unternehmen durch die Krise. Die Lageurteile der Betriebe haben sich gegenüber den Vormonaten zwar erneut verbessert. Vom Vorkrisenniveau ist die regionale Wirtschaft am Jahresanfang 2021 jedoch noch deutlich entfernt. Die wirtschaftliche Aufholbewegung verläuft durch den neuen Lockdown langsamer als erhofft. Die Entwicklung der Wirtschaft bleibt zweigeteilt. Einem von sozialen Kontakten stärker abhängigen und daher durch die Pandemie stark beeinträchtigten Handels– und Dienstleistungssektor steht eine sich robust entwickelnde Industrie gegenüber. Für wieder mehr Hoffnung bedarf es vor allem einer wirksamen Unterstützung der vom Lockdown hart getroffenen Betriebe, einer Zurückdrängung der Neuinfektionen sowie einer effektiven Impfstrategie. Mit der dann möglichen Rückkehr des öffentlichen Lebens dürfte eine kräftigere Erholung ab dem Frühjahr zu erwarten sein.
Die vollständigen Ergebnisse enthält der Konjunkturbericht rechts zum Download. Die Ergebnisse der nächsten Umfrage werden im Mai 2021 veröffentlicht.