15.07.2021

Branchenergebnisse - Konjunkturumfrage 2. Quartal 2021

Der aktuelle Konjunkturbericht für die Region Heilbronn-Franken ist nach den verschiedenen Branchen unterteilt. Ein Klick auf die Branche unten zeigt Ihnen die Einzelergebnisse.

1. Industrie

In der Industrie, die maßgeblich die regionale Wirtschaftsentwicklung bestimmt, beurteilen die Unternehmen ihre Geschäftssituation zum vierten Mal in Folge besser als im Vorquartal. Die Lageurteile erreichten den höchsten Wert seit zweieinhalb Jahren. Allerdings bereiten Lieferengpässe und Materialknappheit den Unternehmen großes Kopfzerbrechen. 73 Prozent der Betriebe nennen aktuell hohe Rohstoffpreise als größtes Geschäftsrisiko (Vorquartal 53 Prozent). Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland konnten weiter an Schwung gewinnen. 44 Prozent (Vorquartal 42 Prozent) der Betriebe verbuchten steigende Auslandsorders. 11 Prozent (Vorquartal 17 Prozent) melden einen Rückgang. Bei den Inlandsorders weisen 47 Prozent (Vorquartal 45 Prozent) einen Anstieg aus. 11 Prozent (Vorquartal 15 Prozent) mussten Einbußen verkraften. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung ist auf 84 Prozent (Vorquartal 82 Prozent) gestiegen. Die Beurteilung der weiteren Geschäftsentwicklung ist auf ein neues Allzeithoch geklettert. 52 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) der Unternehmen rechnen mit einer günstigeren zukünftigen Geschäftsentwicklung, während lediglich 5 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) pessimistisch in die Zukunft blicken. 58 Prozent (Vorquartal 50 Prozent) erwarten Umsatzsteigerungen. 7 Prozent (Vorquartal 11 Prozent) rechnen mit Umsatzeinbußen. Die Exporterwartungen fallen optimistischer als im Vorquartal aus. 45 Prozent (Vorquartal 41 Prozent) rechnen mit einem steigenden Auslandsgeschäft, 8 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) gehen von rückläufigen Exporten aus. Die Investitionspläne fallen ähnlich positiv wie im Vorquartal aus. 40 Prozent (Vorquartal 38 Prozent) planen mit einer Zunahme der Inlandsinvestitionen. 54 Prozent sehen Investitionen mit dem Motiv Digitalisierung vor. 31 Prozent (Vorquartal 23 Prozent) kalkulieren mit Neueinstellungen. 14 Prozent planen wie im Vorquartal mit einem Personalabbau.

2. Ausgewählte Industriebranchen

Die Lageeinschätzung im regionalen Fahrzeugbau hat sich gegenüber dem Vorquartal zum vierten Mal in Folge verbessert. Nach wie vor meldet kein Unternehmen eine schlechte Geschäftslage. Etwas mehr als drei Viertel der Betriebe (Vorquartal 64 Prozent) bezeichnen den aktuellen Geschäftsverlauf als gut. Bei den Auftragseingängen aus dem In- und Ausland war allerdings ein Rückgang zu verzeichnen. Das größte Geschäftsrisiko sehen 85 Prozent in den Energie- und Rohstoffpreisen. 54 Prozent blicken zuversichtlich in die Zukunft. Kein Betrieb rechnet mit einem schlechteren Geschäftsverlauf.
Der Maschinenbau beurteilt seine wirtschaftliche Lage nochmals erheblich günstiger als im Vorquartal. Nur 7 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) sprechen von einem schlechten Geschäftsverlauf, zwei Drittel (Vorquartal 41 Prozent) halten die aktuelle Geschäftslage für gut. Die In- und Auslandsorders haben weiter an Schwung gewonnen. Die Exporterwartungen sind auf ein hohes Niveau gestiegen. 78 Prozent nennen die Energie- und Rohstoffpreise als größtes Geschäftsrisiko. 70 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) blicken optimistisch, 1 Prozent (Vorquartal 2 Prozent) pessimistisch in die Zukunft.
Im Bereich Elektrotechnik hat sich die Beurteilung der wirtschaftlichen Situation per saldo erneut verbessert. Sie fällt so gut wie seit Jahresbeginn 2019 nicht mehr aus. 61 Prozent (Vorquartal 50 Prozent) der Betriebe melden einen guten Geschäftsverlauf. 16 Prozent (Vorquartal 12 Prozent) bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als schlecht. Die Dynamik der Auftragseingänge aus dem In- und Ausland hat sich leicht abgeschwächt. 59 Prozent rechnen mit einem Exportanstieg. 52 Prozent erwarten einen günstigeren zukünftigen Geschäftsverlauf. 11 Prozent blicken skeptisch in die Zukunft.
Das Stimmungsbild im Bereich Metallerzeugnisse fällt im 2. Quartal 2021 sehr gut aus. Beinahe zwei Drittel (Vorquartal 59 Prozent) der Betriebe sprechen von einer guten Geschäftslage. Lediglich 2 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) sind mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Die Auslandsorders haben deutlich an Schwung gewonnen. 57 Prozent erwarten zunehmende Exporte. Größte Geschäftsrisiken stellen neben den hohen Energie- und Rohstoffpreisen die Arbeitskosten und der Fachkräftemangel dar. 60 Prozent (Vorquartal 46 Prozent) blicken zuversichtlich auf die zukünftige Geschäftsentwicklung.
Die wirtschaftliche Situation im Bereich Glasindustrie/Steineverarbeitung hat sich das zweite Mal in Folge per saldo verbessert. Der Saldo der Lageurteile liegt nun auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Während 13 Prozent (Vorquartal 0 Prozent) der Betriebe mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden sind, bezeichnen 56 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) den Geschäftsverlauf als gut. Steigende Auslandsorders stehen schwächeren Inlandsorders gegenüber. 43 Prozent erwarten einen besseren zukünftigen Geschäftsverlauf. 7 Prozent blicken mit Pessimismus in die Zukunft.
Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in der chemischen Industrie hat sich im Vergleich zum Vorquartal stark verbessert. 59 Prozent (Vorquartal 35 Prozent) der Unternehmen sprechen von einer guten Geschäftslage. 12 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) halten den Geschäftsverlauf für schlecht. Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland haben erheblich an Dynamik gewonnen. Größtes Geschäftsrisiko sind die hohen Rohstoffpreise (71 Prozent). Kein Betrieb blickt skeptisch in die Zukunft. 41 Prozent gehen von einem günstigeren zukünftigen Geschäftsverlauf aus.
Im regionalen Ernährungsgewerbe hat sich das Stimmungsbild gegenüber dem Vorquartal zumindest per saldo spürbar verbessert. Während 29 Prozent (Vorquartal 50 Prozent) eine schlechte Geschäftslage melden, sprechen 24 Prozent (Vorquartal 10 Prozent) von einem guten Geschäftsverlauf. Bei den Inlandsorders ist ein deutlicher Anstieg festzustellen. 77 Prozent sehen in den Energie- und Rohstoffpreisen ein Geschäftsrisiko. Während 71 Prozent den zukünftigen Geschäftsverlauf positiv sehen, blicken 24 Prozent pessimistisch in die Zukunft.

3. Baugewerbe

Das Stimmungsbild im regionalen Baugewerbe hat sich auf sehr hohem Niveau gegenüber dem Vorquartal per saldo etwas verschlechtert. Während zwei Drittel (Vorquartal 77 Prozent) den aktuellen Geschäftsverlauf als gut bezeichnen, hält kein Unternehmen (Vorquartal 2 Prozent) die aktuelle Geschäftslage für schlecht. Das Problem der Materialknappheit hat sich weiter verschärft. 86 Prozent (Vorquartal 52 Prozent) nennen hohe Rohstoffpreise als größtes Geschäftsrisiko. Die Auftragseingänge insgesamt sind gestiegen. Ein Viertel (Vorquartal 10 Prozent) der Betreibe meldet einen Anstieg, während 19 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) Einbußen hinnehmen mussten. In allen Teilbereichen des Baugewerbes - Straßen– und Tiefbau, gewerblichem Hochbau, öffentlichem Hochbau und Wohnungsbau - haben sich die Auftragseingänge zumindest per saldo gegenüber im Vorquartal verbessert. Im Wohnungsbau überwiegen weiterhin die positiven Stimmen. Die Auslastung von Maschinen und Geräten ist auf 82 Prozent gestiegen (Vorquartal 78 Prozent). Auf die kommenden Monate blicken die Baubetriebe weniger skeptisch als im Vorquartal. 6 Prozent (Vorquartal 7 Prozent) erwarten eine Verbesserung des Geschäftsverlaufs. 14 Prozent (Vorquartal 32 Prozent) blicken pessimistisch in die Zukunft. Neben Energie– und Rohstoffpreisen wird der Fachkräftemangel mit 89 Prozent als größtes Geschäftsrisiko genannt. 17 Prozent (Vorquartal 19 Prozent) erwägen eine Erhöhung des Personalbestandes, kein Unternehmen (Vorquartal 5 Prozent) will Personal abbauen.

4. Handel

Im an der Schnittstelle von nationalen und internationalen Märkten operierenden Großhandel hat sich die Lageeinschätzung zum zweiten Mal in Folge verbessert. Sie fällt so positiv wie seit zwei Jahren nicht mehr aus. Während 54 Prozent (Vorquartal 52 Prozent) der Betriebe eine gute Geschäftslage melden, sind 9 Prozent (Vorquartal 16 Prozent) mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Dabei steht eine hervorragende Geschäftssituation im produzierenden Großhandel verhaltenen Geschäften im konsumnahen Großhandel gegenüber. Das Bestellverhalten hat sich erheblich verbessert. 55 Prozent der Großhändler (Vorquartal 29 Prozent) melden steigende Bestellungen. 11 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) weisen rückläufige Bestellungen aus. Größtes Geschäftsrisiko stellen im Großhandel die hohen Energie– und Rohstoffpreise (86 Prozent), gefolgt vom Fachkräftemangel (48 Prozent) dar. 36 Prozent (Vorquartal 29 Prozent) blicken optimistisch in die Zukunft. 13 Prozent (Vorquartal 31 Prozent) erwarten eine schlechtere Entwicklung. 37 Prozent (Vorquartal 22 Prozent) planen mit Neueinstellungen, 6 Prozent (Vorquartal 9 Prozent) wollen Personal abbauen.
Im regionalen Einzelhandel insgesamt hat sich die Einschätzung der Geschäftslage angesichts weitreichender Öffnungsschritte verbessert. Der Saldo der Lageurteile liegt etwa auf dem Niveau vom Herbst 2020. 55 Prozent (Vorquartal 53 Prozent) der Einzelhändler halten den Geschäftsverlauf für gut. Beinahe jeder Vierte (Vorquartal 35 Prozent) meldet allerdings eine schlechte Geschäftslage. Nach wie vor ist die Situation in den Teilbranchen sehr unterschiedlich. Während die Geschäfte im Lebensmittelhandel und bei den Baumärkten gut laufen, spricht unter anderem der Einzelhandel mit Bekleidung noch immer von einer äußerst schlechten Lage. Die Einschätzung des Kaufverhaltens der Kunden fällt deutlich positiver als im Vorquartal aus. 39 Prozent (Vorquartal 35 Prozent) der Einzelhändler bezeichnen das Kaufverhalten der Kunden als kauffreudig. 46 Prozent (Vorquartal 27 Prozent) stufen es als saisonüblich angemessen ein. 15 Prozent (Vorquartal 38 Prozent) sprechen von einem zurückhaltenden Kaufverhalten. 39 Prozent erwarten steigende Umsätze, während 12 Prozent mit Umsatzeinbußen rechnen. Die zukünftigen Geschäftserwartungen haben angesichts sinkender Inzidenzen und Impffortschritten so stark wie noch nie zuvor zugelegt. 36 Prozent (Vorquartal 13 Prozent) blicken optimistisch in die Zukunft. 9 Prozent (Vorquartal 37 Prozent) gehen von einer ungünstigeren Entwicklung aus. Als größte Geschäftsrisiken werden die Corona-Pandemie (58 Prozent) und der Fachkräftemangel (49 Prozent) genannt. 57 Prozent der Einzelhändler berichten von einer problematischen Finanzierungssituation. 21 Prozent (Vorquartal 24 Prozent) wollen neues Personal einstellen. 12 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) planen einen Personalabbau.

5. Dienstleistungen

Im Dienstleistungssektor fällt die Beurteilung der konjunkturellen Situation per saldo geringfügig besser als im Vorquartal aus. Erstmals seit Beginn der Coronakrise überwiegen wieder leicht die positiven Stimmen. 28 Prozent (Vorquartal 25 Prozent) der Unternehmen bezeichnen die aktuelle Geschäftslage als gut, 27 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) sind mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. Große Unterschiede zeigen sich weiterhin in den Teilbereichen. Die ITK-Dienstleister und das Verkehrsgewerbe melden überdurchschnittliche Lageurteile. Stark unterdurchschnittlich fallen sie vor allem bei den Reisevermittlern aus. 34 Prozent aller Dienstleister melden steigende Umsätze, 43 Prozent einen Rückgang. Ein Drittel (Vorquartal 26 Prozent) berichtet über ein steigendes Auftragsvolumen. 41 Prozent (Vorquartal 35 Prozent) blicken optimistisch in die Zukunft. 9 Prozent (Vorquartal 24 Prozent) erwarten eine Verschlechterung. Als größte Risiken werden die Corona-Pandemie und die Inlandsnachfrage genannt. 26 Prozent planen wie im Vorquartal einen Personalaufbau.
Im regionalen Kreditgewerbe hat sich die Lagebeurteilung gegenüber dem Vorquartal per saldo leicht verschlechtert. 16 Prozent der Kreditinstitute sprechen von einem guten, kein Unternehmen von einem schlechten Geschäftsverlauf. Nur noch 41 Prozent (Vorquartal 63 Prozent) berichten von einer gestiegenen Kreditnachfrage der Firmenkunden. Auch die Kreditvergabe für Investitionen hat abgenommen. Das größte Geschäftsrisiko sehen die Institute in der Corona-Pandemie (81 Prozent). 13 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft. 19 Prozent rechnen mit einem schlechteren Geschäftsverlauf.
Angesichts erster Lockerungen bei sinkenden Inzidenzen und deutlichen Impffortschritten fällt die Einschätzung der wirtschaftlichen Situation im Hotel- und Gaststättengewerbe, das bei den Ergebnissen zu den Dienstleistern nicht mit einbezogen ist, spürbar weniger negativ als im Vorquartal aus. 6 Prozent (Vorquartal 0 Prozent) der Betriebe melden eine gute Geschäftslage. 57 Prozent (Vorquartal 89 Prozent) sind mit dem Geschäftsverlauf unzufrieden. 83 Prozent berichten noch immer von einer problematischen Finanzierungssituation. 15 Prozent droht die Insolvenz. 55 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft. 29 Prozent erwarten eine schlechtere Entwicklung.