Geld & Märkte | 03.03.2021

Auslandsinvestitionen

Wie die Ergebnisse der letzten IHK-Konjunkturumfrage zeigen, wollen die regionalen Industrieunternehmen, die derzeit von den Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung weniger stark betroffen sind als im Frühjahr letzten Jahres, im Jahr 2021 weiter im Ausland investieren.
Regionaler Schwerpunkt ist und bleibt die Eurozone. Ihre Bedeutung hat gegenüber 2020 zugenommen. 73,9 Prozent der im Ausland investierenden Unternehmen wollen ihre Investitionstätigkeit dort ausweiten (2020: 67,6 Prozent). Auf Rang zwei folgt Nordamerika mit 58,0 Prozent, davon USA: 45,5 Prozent. Jeder zweite im Ausland investierende Industriebetrieb will seine Präsenz in China ausbauen. Auf Rang vier liegt der asiatisch-pazifische Raum ohne China (43,2 Prozent). Etwas mehr als ein Drittel plant sich in den Staaten der Europäischen Union, die nicht der Eurozone angehören, und in den EFTA-Staaten zu engagieren. 15,9 Prozent der Unternehmen lassen sich vom Brexit nicht abschrecken und planen in diesem Jahr Investitionen im Vereinigten Königreich. Jeweils etwas mehr als ein Fünftel der Betriebe sieht Auslandsinvestitionen in Süd- und Mittelamerika beziehungsweise in Russland und im übrigen Europa vor.

Auslandsinvestitionen nehmen leicht zu

Die eingeplanten Budgets entwickeln sich etwas expansiver als im Vorjahr. Von den heimischen Industrieunternehmen will ein Zehntel seine Auslandsinvestitionen in diesem Jahr erhöhen (2020: 5,5 Prozent), weitere 16,7 Prozent der Betriebe wollen das bisherige Niveau beibehalten (2020: 17,6 Prozent). 5,1 Prozent (2020: 6,6 Prozent) der Betriebe planen mit einem geringeren Investitionsbudget. 67,9 Prozent der Industrieunternehmen beabsichtigen 2021 keine Auslandsinvestitionen (2020: 70,3 Prozent).
2021 wollen die investierenden Unternehmen vor allem aus Kostengründen einen Teil der Produktion ins Ausland verlagern (56,8 Prozent). An zweiter Stelle wird die Erweiterung des Vertriebs- und Kundendienstes durch lokale Büros als Motiv für ein Auslandsengagement genannt (40,9 Prozent). Etwas mehr als ein Drittel der Betriebe führt eine intensivere Markterschließung als Investitionsmotiv an.

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Dorothee Kienzle
Dorothee Kienzle
Referentin Volkswirtschaft