Geld & Märkte | 20.04.2021

Deutsche Außenwirtschaft ist gefordert wie selten

Zum Auftakt der Außenwirtschaftstage 2021 hat Peter Adrian, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), auf die Bedeutung der internationalen Vernetzung für die deutsche Wirtschaft hingewiesen.
Selten sei die deutsche Außenwirtschaft so gefordert wie heute, erklärte Adrian in seinem Statement. Von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Welthandel seien die global vernetzten deutschen Unternehmen ganz unmittelbar betroffen. „Wenn wichtige Zulieferprodukte aus dem Ausland fehlen, stehen die Produktionsbänder hierzulande still. Wenn Geschäftsreisen nicht möglich sind, kommen wichtige Geschäftsabschlüsse nicht zustande", sagte er. Angesichts der Corona-Krise stünden der exportorientierte Mittelstand und die Großunternehmen auf den Weltmärkten deshalb vor neuen Herausforderungen: „Lieferketten umstellen, neue Geschäftsfelder entwickeln und digitale Lösungen umsetzen".

Offener und partnerschaftlicher Ansatz nötig

Die deutsche Wirtschaft sei wie kaum eine andere auf offene Grenzen und einen freien Marktzugang angewiesen, betonte Adrian. Insbesondere in der Krise habe sich das in enger Kooperation mit dem Bundeswirtschaftsministerium aufgebaute Netz der Auslandshandelskammern bewährt. An 140 Standorten in 90 Ländern würden die Unternehmen bei der Bewältigung ihrer Probleme unterstützt – ob bei der Suche nach alternativen Lieferanten oder der Erschließung neuer Märkte.
„Deutschland gehört zu den offensten Volkswirtschaften der Welt."
Peter Adrian
Dass Deutschland – bei den zum Teil dramatischen Verwerfungen in den besonders betroffenen Branchen wie Handel, Gastronomie oder Tourismus – das Jahr 2020 lediglich mit einem Wirtschaftseinbruch von nur 5 Prozent abgeschlossen habe, sei in Teilen sicherlich auf die Corona-Hilfsmaßnahmen zurückzuführen.
„Es liegt aber auch an unserer Exportwirtschaft und der zum Teil schnellen Erholung auf unseren Zielmärkten. Also an unserer Offenheit."
Peter Adrian
„Mit einer gewissen Sorge sehen die Unternehmen nicht erst seit der Corona-Krise, dass sich die Markzugänge und die Wettbewerbsbedingungen vielerorts erschwert haben", sagte der DIHK-Präsident. Dieser Herausforderungen könne man nicht mit Abschottung oder einem "Auge um Auge, Zahn um Zahn" begegnen.
„Vielmehr brauchen wir einen offenen und auf Partnerschaft fußenden Ansatz."
Peter Adrian

„Germany works": Austausch vom 19. bis zum 23. April

Die  Außenwirtschaftstage 2021 stehen unter dem Motto "Germany works". Vom 19. bis zum 23. April tauschen sich Unternehmerinnen und Unternehmer mit Experten aus Wirtschaft und Politik über Erfolgsfaktoren im Auslandsgeschäft aus. Unter anderem werfen AHK-Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer im Webinar "In 80 Minuten um die Welt" einen Blick auf aktuelle Chancen, die sich auf wichtigen Märkten für deutsche Unternehmen bieten. Im Anschluss finden Partnerforen zu wichtigen Wirtschaftsräumen und Auslandsmärkten statt.

Kontakt

Ulrike Hörnstein
Sachbearbeiterin Außenwirtschaft