Geld & Märkte | 05.01.2022

Handelsabkommen RCEP

Am 15.11.2020 wurde das Handelsabkommen "Regional Comprehensive Economic Partnership" (RCEP) auf dem 37. ASEAN-Gipfel unterzeichnet. Am 01.01.2022 trat RCEP nun in Kraft. Vom DIHK
DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier äußert sich dazu wie folgt: 
„Das neue Handelsabkommen RCEP ist ein klares Signal für mehr wirtschaftliche Integration in Asien. In der Wachstumsregion werden für die Unternehmen Nägel mit Köpfen gemacht, während die EU mit Handelsabkommen hadert. Der Handelspakt RCEP steht für 28 Prozent des Welthandels, 30 Prozent des Welt-BIP und eine Bevölkerung von über 2,2 Milliarden Menschen. Auch die deutsche Wirtschaft kann von RCEP profitieren: In den 15 Ländern sind über 5.000 deutsche Unternehmen mit über 178 Mrd. Euro Investitionsvolumen aktiv. Die Wertschöpfungsketten deutscher Unternehmen sind damit eng mit der Wirtschaft in RCEP-Partnerländern verbunden. Aus europäischer Sicht ist es jetzt umso wichtiger, den Anschluss nicht zu verlieren.

Volker Treier
DIHK-Außenwirtschaftschef Dr. Volker Treier © DIHK
Entscheidend ist dabei auch, dass die neue Bundesregierung rasch zum positiven Impulsgeber in der EU-Handelspolitik wird. Handelsabkommen im Indopazifik – insbesondere mit den G20-Staaten Indonesien und Indien können die Diversifizierung unserer Lieferketten sowie die Wettbewerbsfähigkeit gerade der kleinen und mittelständischen Unternehmen stärken. Schließlich hängt jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland am Export, in der Industrie sogar jeder zweite.“

Hintergrund 

Bereits am 15.11.2020 wurde das Handelsabkommen "Regional Comprehensive Economic Partnership" (RCEP) auf dem 37. ASEAN-Gipfel unterzeichnet. Das Abkommen zwischen China, Japan, ASEAN, Australien, Neuseeland und Südkorea gilt zunächst nur für die Staaten, die es bereits ratifiziert haben. Das sind die ASEAN-Staaten Brunei-Darussalam, Kambodscha, Laos, Singapur, Thailand und Vietnam sowie Australien, China, Japan und Neuseeland. Für die restlichen Vertragsstaaten Indonesien, Malaysia, Myanmar und die Philippinen sowie für Südkorea tritt es 60 Tage nach deren Ratifizierung in Kraft.
  • Im Jahr 2019 hat Deutschland Waren im Wert von 173 Milliarden Euro in die RCEP-Staaten exportiert – mehr als auf den gesamten amerikanischen Kontinent (166 Milliarden Euro).
  • Nach der EU sind die RCEP-Staaten als Verbund der wichtigste Exportmarkt Deutschlands; auf sie entfällt ein Exportanteil von 13 Prozent.
  • Im Jahr 2019 hat Deutschland Waren im Wert von 191 Milliarden Euro aus den RCEP-Staaten importiert.
  • Nach der EU ist die RCEP als Verbund der wichtigste Importmarkt Deutschlands. Über 17 Prozent aller deutschen Importe kommen aus den RCEP-Staaten.
  • Im Jahr 2019 betrug das Handelsvolumen Deutschlands mit den RCEP-Staaten 363 Milliarden Euro. Das sind fast 15 Prozent des deutschen Gesamthandels. Zum Vergleich: Auf den gesamten amerikanischen Kontinent entfällt ein Anteil von 11 Prozent.
Deutsche Unternehmen haben in den RCEP-Staaten einen Investitionsbestand von über 178 Milliarden Euro aufgebaut. 10 Prozent aller deutschen Auslands-Direktinvestitionen gehen in die RCEP-Staaten.
  • Über 5.000 deutsche Unternehmen sind in den RCEP-Staaten präsent.
  • Sie beschäftigten fast 1,3 Millionen Menschen vor Ort.
  • Die RCEP-Staaten haben einen Investitionsbestand von 42 Milliarden Euro in Deutschland aufgebaut.
  • 880 Unternehmen aus den RCEP-Staaten sind in Deutschland aktiv. Sie beschäftigen 120.000 Menschen.

Kontakt

Dalila Nadi
Dalila Nadi
Referentin Außenwirtschaft