Service & Infos | 18.08.2021

Mehr junge Leute für MINT-Berufe begeistern

Ob Bergbautechnologin oder Chemielaborant: Fachkräfte mit dem Qualifikationsprofil Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sind dringend gesucht; entsprechende Ausbildungsstellen bleiben aber oft unbesetzt. Das Nationale MINT-Forum zeigt Wege auf, das zu ändern.
Vom DIHK
Die Folgen des Klimawandels oder Ereignisse wie etwa die Corona-Krise stellen Wirtschaft und Gesellschaft vor technisch-naturwissenschaftliche Herausforderungen, die oft nur mithilfe von MINT-Experten zu bewältigen sind.
Doch die Engpässe in diesem Bereich sind groß und wachsen nach der pandemiebedingten kurzen "Atempause" rasch weiter an. Das gilt vor allem für beruflich ausgebildete Fachkräfte: Zuletzt wurde für drei Viertel aller ausgeschriebenen MINT-Stellen eine abgeschlossene Berufsausbildung gefordert. Diese Fachkräftelücke droht künftig noch rascher zu wachsen, wenn nicht gegengesteuert wird.
Das Nationale MINT-Forum wirbt deshalb dafür, gezielt mehr junge Menschen für einen dualen MINT-Ausbildungsberuf zu gewinnen. Die Initiative, in der neben Stiftungen, Wissenschaftseinrichtungen, zivilgesellschaftlichen Akteuren, der Bundesagentur für Arbeit und weiteren Wirtschaftsverbänden auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vertreten ist, hat hierfür unter Federführung des DIHK sechs Empfehlungen erarbeitet.
Im Einzelnen schlägt das Forum vor:
  • die in MINT-Berufen immer noch unterrepräsentierten Mädchen und jungen Frauen gezielt anzusprechen,
  • eine systematische und flächendeckende MINT-Bildung und -Berufsorientierung in der Schule zu gewährleisten,
  • relevante Einflussgruppen zu sensibilisieren und zu aktivieren,
  • außerschulische MINT-Lernangebote in den Unterricht zu integrieren,
  • den Einstieg in eine berufliche MINT-Ausbildung zu erleichtern und attraktiver zu gestalten sowie
  • Ausbildungs- und Studienberatung besser zu verzahnen.
Diese Vorschläge führt das Forum in seiner neuen Veröffentlichung "Attraktivität der beruflichen MINT-Bildung stärken" genauer aus und unterfüttert sie mit konkreten Maßnahmen. Dazu zählen Mindestunterrichtsangebote und Berufsorientierungsmodule an den Schulen, der Ausbau von MINT-Kampagnen und -Wettbewerben, die Nutzung vorhandener Initiativen und Projekte wie "Klischeefrei" oder "Girls' Day", die Beteiligung von Lehrkräften, Eltern und Ausbildungsbetrieben, eine Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen dualer und Hochschul-Ausbildung und vieles mehr.

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Sabine Schmälzle
Sabine Schmälzle
Referentin Berufsbildung