Service & Infos | 19.10.2021

EU-Kommission sieht keinen Bedarf für Anpassungen ihrer Mittelstands-Definition

Die Europäische Kommission hat die Ergebnisse einer Evaluation zur KMU-Definition der EU veröffentlicht. Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die geltende Definition von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) immer noch effektiv und zweckmäßig sei. Von Anna Grashorn
Die derzeitige Definition bietet nach Auffassung der EU-Kommission eine solide Grundlage für die meisten Unternehmen in der Europäischen Union und sei die bevorzugte Option für die große Mehrheit der KMU. Wesentliche Eckpunkte: Unternehmen müssen weniger als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen und zudem weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaften beziehungsweise eine Bilanzsumme von unter 43 Millionen Euro aufweisen.
Die Definition dient als strukturelles Schlüsselinstrument zur Ermittlung von Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind. Der KMU-Status kann den Unternehmen den Zugang zu europäischen Finanzierungs- und Unterstützungsmaßnahmen erleichtern und ermöglicht häufig weniger aufwendige Verwaltungsverfahren.
Die Definition wird unter anderem in mehr als 100 Rechtsakten der Europäischen Union erwähnt, von denen die meisten direkt auf sie verweisen und somit dieselben Kriterien und Größenkategorien verwenden. Rund 17 Mitgliedstaaten wenden nach Angaben der EU-Kommission diese komplette Definition an, 22 Mitgliedstaaten die gleichen Größenklassen. Einige Teilnehmer der Evaluation, insbesondere aus Deutschland und Frankreich, sprachen sich jedoch für die Einführung einer größeren Kategorie aus, die als "Mid-Caps", "kleine-große Unternehmen" oder "KMU+" bezeichnet wird. Der DIHK hatte sich insbesondere für eine Erhöhung der Beschäftigtengrenze auf 500 und Anpassungen beim Jahresumsatz ausgesprochen.
Die Europäische Kommission plant, zukünftig an weiteren Leitlinien für die Anwendung der Definitionsregeln zu arbeiten, die an die Zielgruppe angepasst sind, und gründliche Analysen von Unternehmen durchzuführen, die zu groß sind, um der Definition zu entsprechen, aber nicht als "großes" Unternehmen gelten.

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Yvonne Allgeier
Yvonne Allgeier
Referentin Online Redaktion & Mitgliederkommunikation