Service & Infos | 22.11.2021

Gründungsstandort Deutschland

Die Corona-Pandemie hat der Bereitschaft, ein Unternehmen zu gründen, einen deutlichen Dämpfer versetzt. Von Marc Evers
Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) führten im vergangenen Jahr gut ein Drittel weniger Gespräche mit Menschen, die eine Firma gründen wollen oder gerade gegründet haben. Besonders stark vom rückläufigen Interesse betroffen waren die Bereiche Handel, Gastronomie und konsumnahe Dienstleistungen.
Jetzt kommt es darauf an, dass die Gründungsdynamik rasch wieder zunimmt. Denn die deutsche Wirtschaft braucht unternehmerische Kreativität, um die großen Herausforderungen etwa in den Bereichen Nachhaltigkeit, Digitalisierung sowie Fachkräftemangel bewältigen zu können. Viel hängt davon ab, wie sich die Corona-Pandemie entwickelt. Zwei Voraussetzungen aber müssen darüber hinaus erfüllt sein: Bereitschaft zum Gründen und stimmige Rahmenbedingungen.

Gründungsfreundliche Rahmenbedingungen als Startrampe

Der DIHK-Report Unternehmensgründung zeigt, wo eine neue Bundesregierung ansetzen sollte, um Deutschland einen Gründungs- und Start-up-Schub zu geben. 79 Prozent der befragten Gründerinnen und Gründer schreiben der Politik ins Stammbuch, das Errichten einer Firma administrativ rascher und einfacher möglich zu machen. Das Ziel sollte eine digitale Gründung binnen 24 Stunden sein. Dafür müssten auch die Prozesse innerhalb der Verwaltung und der Austausch mit den Unternehmen durchgängig digital und damit zeitsparender gestaltet sein. Mehrheitlich wünschen sich die Befragten zudem ein schlankeres Steuerrecht mit weniger Aufzeichnungs- und Nachweispflichten. 38 Prozent finden einen einfacheren Zugang zu öffentlichen Fördermitteln wichtig. Für 30 Prozent hat eine bessere IT-Infrastruktur eine große Bedeutung, die ihnen im Betrieb die Digitalisierungsprozesse ermöglichen und den Zugang zu überregionalen Märkten erleichtern könnte.

Gründungsbereitschaft – großer Hebel bei Kleingründungen

Gründerinnen und Gründer im Klein- und Nebenerwerb haben im Jahr 2020 gegen den Trend eher den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. 22 von 79 IHKs berichten sogar von einer Zunahme des Interesses an Nebenerwerbsgründungen – trotz der Pandemie. Solche kleineren Gründungen haben Ausstrahlung und können zum Nachmachen animieren – zeigen sie doch in vielen Fällen, dass das eigene Unternehmen auch als überschaubares Projekt gestartet werden und dann erfolgreich wachsen kann.

Kontakt

Christina Nahr-Ettl
Christina Nahr-Ettl
Teamkoordinatorin Existenzgründung und Unternehmensförderung
Thomas Leykauf
Thomas Leykauf
Referent Wirtschaftsförderung