Top-Thema | Dezember 2021

Wandel in der Arbeitswelt

Wenn in Mobiler Arbeit oder im Homeoffice gearbeitet wird, gilt es einige Dinge zu beachten. Hier ein kleiner Auszug der wichtigsten Regelungen und Empfehlungen für die Arbeitsplatzgestaltung zusammengestellt-
Von Yasmin Yüksel.

Arbeitgeber darf Rückkehr aus Homeoffice anordnen 

Arbeitgeber, die Homeoffice gestatten, dürfen diese Weisung aus betrieblichen Gründen auch wieder ändern (§ 106 Satz 1 GewO). Das hat das Landesarbeitsgericht München am 26. August 2021 entschieden. Geklagt hatte ein Grafiker, der seit Dezember 2020 im Homeoffice beschäftig war. Am 24. Februar 2021 hatte der Arbeitgeber angeordnet, dass der Grafiker ins Büro zurückkehren müsse. Dagegen wehrte sich dieser.
Den Erlass auf eine einstweilige Verfügung wies das Arbeitsgericht zurück. Ein Anspruch auf Arbeiten im Homeoffice ergebe sich weder aus dem Arbeitsvertrag noch aus § 2 Abs. 4 SARS-CoV-2-ArbSchV. Die Konkretisierung der Arbeitspflicht sei Sache des Arbeitgebers. Die allgemeine Gefahr, sich auf dem Weg zur Arbeit mit Covid-19 anzustecken und das allgemeine Infektionsrisiko am Arbeitsort und in der Mittagspause würden einer Verpflichtung zum Erscheinen im Büro nicht entgegenstehen. Aktenzeichen 3SaGa 13/21 

Wie sich Unternehmen vor Cyberkriminalität schützen 

Im Zuge der Rückkehr an den Arbeitsplatz entstehen neue Einfallstore für Cyberkriminelle. Davor warnt der Digitalverband Bitkom. Kriminelle setzten wieder verstärkt auf kontextspezifische Phishing-Mails. Ein klassischer Fall: Beschäftigte erhalten eine Mail vom IT-Chef des Unternehmens mit Logo und Unterschrift. Ein Link verweist auf neue Vorsichtsmaßnahmen, die der Arbeitgeber mit Blick auf die Pandemie getroffen hat. Der Mitarbeiter muss sein Passwort eingeben, um die Dokumente lesen zu können. „In Wahrheit sollen so die Zugangsdaten abgegriffen werden“, erklärt Sebastian Artz, Referent für Informationssicherheit und Sicherheitspolitik beim Bitkom. Seine Tipps:
  • Vorsicht bei wirren Buchstabenfolgen oder vertauschten Zeichen 
  • niemals Links oder Dateianhänge unüberlegt öffnen 
  • im Notfall sofort die Sicherheitsverantwortlichen informieren 
  • im Homeoffice genutzte Geräte auf aktuelle Updates und Schadsoftware-Befall überprüfen 
„Unternehmen müssen damit rechnen, dass Cyberkriminelle bewusst Endgeräte infiltriert haben, um den Moment abzupassen, an dem sich die Geräte wieder im Unternehmensnetzwerk befinden – ganz im Sinne eines trojanischen Pferds, das mit dem Wegfall der Homeoffice-Pflicht einfach wieder durch die Eingangstür des Unternehmens hineingetragen wird“, warnt Bitkom-Experte Sebastian Artz. Typischerweise schleusen Cyberkriminelle Schadcodes ein, verschlüsseln die Systeme und erpressen Lösegeld.
Unternehmen müssen damit rechnen, dass Cyberkriminelle bewusst Endgeräte infiltriert haben, um den Moment abzupassen, an dem sich die Geräte wieder im Unternehmensnetzwerk befinden

Bitkom-Experte Sebastian Artz

Homeoffice-Pauschale 

Mit Beginn der Corona-Pandemie wechselten Millionen Arbeitnehmer ins Homeoffice. Ein häusliches Arbeitszimmer – gesonderter und abschließbarer Raum – wie es das Finanzamt als Voraussetzung für steuerliche Abzugsfähigkeit definiert – haben viele nicht. Ihr Schreibtisch steht in der Küche oder im Schlafzimmer. Diesen Umstand berücksichtigt die neue Homeoffice-Pauschale. In den Steuererklärungen für die Kalenderjahre 2020 und 2021 kann diese Pauschale in Höhe von maximal 600 Euro (fünf Euro pro Tag für maximal 120 Tage) als Werbungskosten oder Betriebsausgaben in Abzug gebracht werden. Abzugsberechtigt sind Unternehmer wie Freiberufler und Gewerbetreibende wie auch Arbeitnehmer. In § 4 Abs. 5 Nr. 6b Satz 4 EStG wurde die Homeoffice- Pauschale gesetzlich geregelt. Die Aufwendungen für Jahreskarten oder Umweltkarten für den öffentlichen Personennahverkehr sind weiterhin, neben der Homeoffice-Pauschale, als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten abziehbar. Dies gilt jedoch nur, wenn die Jahres- oder Umweltkarte in der Erwartung erworben wurde, dieses Ticket zu benutzen, um den Weg zur Arbeit zurücklegen zu können.

So sollten Homeoffice-Arbeitsplätze ausgestattet sein 

Wurden zunächst kaum Regeln für die Einrichtung des Arbeitsplatzes zu Hause beachtet, gelten mittlerweile oftmals klare Vorgaben. Der Digitalverband Bitkom hat einen Leitfaden veröffentlicht, der Empfehlungen für die Beschaffung von mobilen Endgeräten, technischem Zubehör, Drucker und Multifunktionsgeräten sowie Netzwerkinfrastruktur umfasst. Zudem werden Fragen zur IT-Sicherheit und Barrierefreiheit behandelt.

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Matthias Marquart
Matthias Marquart
Redakteur | Pressearbeit