Schwerpunkt | Frauen in Führung

Mentoring als Starthilfe zum Erfolg

Vor zehn Jahren startete an der Hochschule Heilbronn das Cross-Mentoringprogramm WoMent. 
Projektleiterin Katharina Rust: „Die Hochschule hatte sich auf eine ESF-Ausschreibung zu diesem Thema ‚Mentoring für Frauen‘ beworben und die Bewerbung hatte Erfolg.“ Das Programm war vom Anfang an gut ausgebucht.
In der ersten Förderlaufzeit von drei Jahren kamen bereits insgesamt 45 Tandempartnerschaften von Mentees und Mentorinnen zustande. Inzwischen wurde die Zahl auf 30 Tandems pro Jahr erhöht. Das Programm dauert jeweils ein Jahr. Seit 2020 ist WoMent ein Kooperationsprojekt von Wissensstadt Heilbronn e.V., der Hochschule Heilbronn und der DHBW Heilbronn und wird von der Dieter Schwarz Stiftung gefördert. Es ist offen für Studentinnen aller Heilbronner Hochschulen. Zielgruppe sind Studentinnen ab dem 4. Semester Bachelor sowie Masterstudentinnen.
Für Frauen ist der Weg zur Führungsposition leider immer noch nicht so selbstverständlich wie für Männer.

WoMent-Projektleiterin Katharina Rust

Wie funktioniert das Mentoringprojekt und warum ist es so erfolgreich?

„Mentoring als Instrument der Personalentwicklung ist sehr effizient“, sagt Katharina Rust. „Deshalb bieten wir es auch den Studentinnen an, um sich schon vor Abschluss des Studiums Unterstützung für einen guten Start auf dem beruflichen Weg zu holen. Für Frauen ist der Weg zur Führungsposition leider immer noch nicht so selbstverständlich wie für Männer.“ In dem Jahr des Mentoringprogramms wartet auf die Teilnehmerinnen ein sorgfältig ausgearbeitetes Programm. Es beruht auf Standards des Bundesverbands für Mentoring in der Wissenschaft und gliedert sich in die drei Bausteine: Mentoringbeziehung, Weiterbildung und Netzwerken. Die Themenliste reicht vom Vision Board über das Erkennen von eigenen Stärken und Schwächen bis zum Design Thinking. Dazwischen findet ein regelmäßiger Austausch mit den jeweiligen Mentoren und Mentorinnen statt. Darunter sind auch Männer. Die Mentoren und Mentorinnen sind branchenübergreifend und ehrenamtlich aktiv.

Deutlich mehr Bewerberinnen als Plätze

„Einige ehemalige Mentees sind inzwischen selbst Mentorinnen“, sagt Katharina Rust. „Wir haben inzwischen ein WoMent-Alumni-Netzwerk. Die Vernetzung setzt sich dann auch nach dem Einstieg in den Beruf fort.“ Die Teilnahme an WoMent ist sehr gefragt. Es gibt jedes Jahr deutlich mehr Bewerberinnen als Plätze. Diese werden nach einem sorgfältigen Auswahlverfahren vergeben.
Amina Mohamed ist eine Mentee, die aktuell am Mentoringprojekt teilnimmt. Sie studiert an der DHBW Heilbronn im dualen Studiengang BWL/Dienstleistungsmanagement mit Schwerpunkt Consulting + Sales. Von WoMent ist sie schlichtweg begeistert. „Ich habe mich beworben, weil im Mittelpunkt des Programmes die Stärkung der Führungsqualitäten von Frauen steht“, sagt sie. „Es ist mit der Mischung aus Workshops und Austausch mit der Mentorin eine interessante, neue Form von Networking. Es gibt viel Interaktion zwischen Mentees, Mentoren und Mentorinnen und  Dozenten und Dozentinnen.“
Monatlich findet im Schnitt ein Workshop statt. Dazwischen treffen sich Mentees und ihre Mentoren auch direkt, aktuell auch oft in einem Videogespräch. „Mir ist gleich bei der Auftaktveranstaltung sehr positiv aufgefallen, dass sich Mentees und Mentoren auf Augenhöhe vorstellen“, berichtet Amina Mohamed. „Ich habe schon in den ersten Monaten viel gelernt und es macht viel Spaß. Mein Eindruck ist, dass es keine typischen Charakteristika für Führungsfrauen gibt. Wichtig sind individuelle Skills.“
Katharina Rust zieht aus der Erweiterung von WoMent als Kooperationsprojekt am Bildungscampus in Heilbronn eine durchweg positive Bilanz. „WoMent ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich bin absolut davon überzeugt, dass es Frauenförderung braucht. Während des Jahres sehe ich eine große Entwicklung bei unseren Mentees. Das Programm ist auch etwas Besonderes für die Region. Wir finden sehr viel Unterstützung von Unternehmen aus ganz verschiedenen Branchen.“  (Red)

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Matthias Marquart
Matthias Marquart
Redakteur | Pressearbeit