29.01.2021

China: Update Coronavirus

1. Das Coronavirus in China

Seit Dezember 2019 sind ausgehend von der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei Fälle der Lungenerkrankung mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) aufgetreten. Durch die schnelle Ausbreitung in China wurden auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zahlreiche Maßnahmen zur Eindämmung getroffen.
China erholte sich schneller als erwartet und konnte schrittweise in eine neue Normalität Post-Corona kehren. Aber auch in China ist die Angst einer großen zweiten Welle inzwischen wieder da. Nach knapp zwei Monaten ohne Neuinfektionen, gab es im Juni wieder Fälle in Peking. Die Regierung traf deshalb regional wieder unverzüglich rigorose Maßnahmen. Im Land werden immer noch zahlreiche Gesundheitskontrollen durchgeführt und es gelten starke Restriktionen bei inländischen sowie internationalen Reisen. Einreisen aus dem Ausland sind immer noch sehr selten möglich.

2. Reisehinweise

Das Auswärtige Amt rät weiterhin vor nicht notwendigen touristischen Reisen nach China aufgrund fortbestehender Einreisebeschränkungen ab. China hält trotz der niedrigen Covid19-Fallzahlen im eigenen Land große Hürden für die Einreise aufrecht um das Risiko einer unkontrollierten Einschleppung des Virus aus dem Ausland zu minimieren.
Die von China mit Wirkung vom 28. März 2020 verfügte Einreisesperre für alle Einreisen von ausländischen Staatsangehörigen nach China wurde am 11. August 2020 für Personen aus allen EU-Mitgliedsstaaten aufgehoben, sofern diese bereits über eine Aufenthaltsgenehmigung in China verfügen. Der gesamte Personenkreis wurde auf der Website der chinesischen Botschaft in Berlin veröffentlicht. Die entsprechenden Personen können bei den chinesischen Auslandsvertretungen in Deutschland kostenlos und ohne Einladung ein Visum für China beantragen. 
Weitere Ausnahmen vom Einreisestopp stellen lediglich Inhaber von diplomatischen, Dienst-, Courtesy- und C-Visa dar. Begrenzt möglich ist die Einreise von notwendigem Personal deutscher Wirtschaftsunternehmen zudem im Rahmen eines „Fast-Track“-Verfahrens zwischen China und Deutschland. Unterstützung erhalten interessierte Unternehmen von der Auslandshandelskammer (AHK) Greater China. Neue Visa für individuelle Einreisen nach China werden derzeit nur für einen bestimmten, eingeschränkten Personenkreis durch eines der Generalkonsulate der Volksrepublik China erteilt.
Voraussetzung für die Einreise in die Volksrepublik China ist eine Gesundheitserklärung („Health Declaration Form“), die nur dann ausgestellt wird, wenn die Testergebnisse eines negativen Nukleinsäuretests sowie eines IgM Anti-Körper-Bluttests vorgelegt werden. Die Testergebnisse müssen maschinenschriftlich den Namen und die Anschrift der Teststelle sowie die Art der Blutprobe aufführen. Es werden nur Testergebnisse mit venös entnommenem Blut akzeptiert. Schnelltests sind nicht ausreichend. Die nachzuweisenden Testergebnisse dürfen maximal zwei Tage alt sein (gültig ab Test-Durchführung). Seit Dezember 2020 müssen diese negativen Testergebnisse über das WeChat-Programm „Health Code International“ (oder über dessen Online-Version) hochgeladen werden, um einen QR-Code zu erhalten, der von den chinesischen Auslandsvertretungen ausgestellt wird und Voraussetzung für die Einreise nach China ist. Die Gültigkeitsdauer des QR-Codes beträgt 48 Stunden ab Durchführung des Tests. Personen, die bereits in der Vergangenheit an Covid-19 erkrankt waren, müssen mit zusätzlichen Hürden bei Ein- und Ausreise rechnen. 
Bei Transitflügen müssen die negativen Testergebnisse zusätzlich aus dem Transitland nachgewiesen werden und binnen 2 Tage vor Abflug bei der entsprechenden diplomatischen Auslandsvertretung eingereicht werden. Darüber hinaus ist ein weiterer grüner QR-Code einzuholen. 
Auch bei einer Einreise aus Hongkong muss ein negatives Testergebnis eines anerkannten Labors in Hongkong vorgelegt werden, das bei Einreise nicht älter als 72 Stunden sein darf. 
Weiterhin müssen sich alle nach China einreisenden Personen am Erstankunftsort einem Covid19-Test unterziehen und müssen anschließend 14 Tage Quarantäne in einer zentralen Einrichtung verbringen. Regional abweichende Regelungen und Maßnahmen unterschiedlicher Provinzen sind zu beachten. Anfallende Kosten für die Tests, die Quarantäneunterbringung sowie weitere Maßnahmen müssen durch den Reisenden selbst getragen werden. Mit kurzfristigen Änderungen und Anpassungen muss gerechnet werden. Falschangaben zum Gesundheitszustand können strafrechtlich verfolgt werden. Genauere Informationen sind bei dem örtlichen Ansprechpartner zu erfragen und regelmäßig aktualisiert auf der Websites des Auswärtigen Amtes zu finden. Die deutschen Vertretungen in China haben auf die gemäß nationalen Infektionsschutzbestimmungen beschlossenen Maßnahmen sowie auf deren Durchführung auch im Einzelfall keinen Einfluss.
Das Flugangebot ist insgesamt stark eingeschränkt auf wenige Flüge und Flughäfen. Internationale Flüge nach Peking können weiterhin kurzfristig auf andere Flughäfen in China umgeleitet werden, die zum Teil weit entfernt von Peking liegen.
Wir haben für Sie einen Auszug wichtiger Informationsquellen zur Situation in China zusammengestellt:
Die deutschen Auslandsvertretungen empfehlen deutschen Staatsbürgern in betroffenen Gebieten dringend, sich in die Krisenvorsorgeliste unter elefand.diplo.de einzutragen.

3. Einschränkungen im öffentlichen Leben

Bei Auftreten lokaler Covid-19-Ausbrüche muss in den betroffenen Gebieten kurzfristig mit Verhängung von Ausgangssperren sowie Reisebeschränkungen gerechnet werden.
Wichtige Hilfsmittel zur Überwachung gegebenenfalls kritischer Aufenthaltsorte mit erhöhten Infektionszahlen sind auf dem Mobiltelefon installierte Tracing-Apps. Bislang gibt es zwar keine landesweit einheitliche App, gängig sind aber, je nach Region, Anbieter wie Tencent (WeChat) oder Alibaba Group (Alipay). 
Nur wenn die App den korrekten Farbcode anzeigt, wird der Zugang zu Gebäuden, Bahnhöfen und ÖPNV gestattet. Vereinzelt werden Bahnreisen und Hotel Check-ins sogar nur nach Vorlage eines negativen Covid-19-Tests gestattet. Ausländern kann vereinzelt der Zugang verwehrt werden. Teilweise wird bereits bei Einreise in eine andere Provinz oder Stadt die Vorlage des entsprechenden Gesundheitscodes gefordert.
Generell werden Bestimmungen seit dem Ausbruch der Krise den aktuellen Begebenheiten folgend angepasst. Mitunter sind sie überdies regional unterschiedlich. Personen, die in oder nach China reisen wollen, sollten sich daher unmittelbar vor der Reise erneut zur Situation vor Ort kundig machen. Offizielle Webseiten der Stadtverwaltungen geben Auskunft, oftmals zeitverzögert. Darüber hinaus werden die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes ständig aktualisiert.