25.11.2020

Preisträger stehen fest

In diesem Jahr lobte die IHK Heilbronn-Franken zum neunten Mal den IHK-Forschungstransferpreis für Unternehmen und Forscher aus der Region Heilbronn-Franken aus. Er dient dazu, Wissenschaft und Unternehmen besser zu vernetzen und Wettbewerbsvorteile durch Kooperationen aufzuzeigen.
Bis zur geplanten Preisverleihung am Abend des 14. April 2021 müssen sich die Preisträger allerdings coronabedingt etwas gedulden. Ob sie mit dem Forschungstransferpreis in Gold (10.000 €) oder einem der zwei Forschungstransferpreise in Silber (je 5.000 €) ausgezeichnet werden, erfahren die Preisträger erst während der Veranstaltung im Heilbronner Haus der Wirtschaft (IHK). Die Gewinner können sich dabei in eine lange Reihe von ausgezeichneten Projekten einreihen.
„Die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist ein Treiber der Innovation, der gerade für kleine und mittlere Unternehmen sehr nützlich und gewinnbringend sein kann. Seit 2011 zeichnet die IHK herausragende Kooperationsprojekte aus, um den Technologietransfer zu unterstützen“, so Harald Unkelbach, Präsident der IHK Heilbronn-Franken.
Die hochkarätig besetzte sechsköpfige Jury des IHK-Forschungstransferpreises hatte keine einfache Aufgabe, aus den eingegangenen Bewerbungen drei Projekte auszuwählen. Nach einer mehrstündigen Sitzung standen die drei Nominierten des diesjährigen IHK-Forschungstransferpreises fest.
In der neunten Preisverleihungsrunde konnten sich die Projekte EXpressure – Leichtbau im Explosionsschutz, Partikelkonzentrationsmessung – Ultraschall zur Überwachung von Regen- und Oberflächenwasser sowie Weinbau – Autonome Bewirtschaftung von Steillagen durchsetzen.
EXpressure – Leichtbau im Explosionsschutz
In diesem Forschungsprojekt der R. STAHL Schaltgeräte GmbH, Waldenburg und der Ernst-Abbe Hochschule Jena wurde durch moderne Leichtbauprinzipien ein neuartiger, patentgeschützter Explosionsschutz für Schaltschränke entwickelt. Explosionsschutz wird z. B. in chemischen Prozessen wie bei der Wasserstoffherstellung und -anwendung benötigt. Die Druckspitze bei einer inneren Explosion kann so von 10bar auf weniger als 1bar reduziert werden. Dadurch können Schaltschränke im Explosionsschutz leichter und wesentlich größer gebaut werden als bisher. Neben der Materialeinsparung können somit auch Standardkomponenten aus dem Maschinenbau verwendet werden.
Partikelkonzentrationsmessung – Ultraschall zur Überwachung von Regen- und Oberflächenwasser
In diesem Projekt entwickelte die NIVUS GmbH, Eppingen gemeinsam mit dem Institut für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Uni Stuttgart eine robuste, ultraschallbasierte und patentgeschützte Lösung für die Überwachung von Regen- und Oberflächenwasser. Diese ermöglicht sowohl die Erfassung von Feststofffrachten als auch der Korngrößenverteilung in Echtzeit. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten z. B. für die Überprüfung der Feststoffrückhaltewirkung von Regenbehandlungsanlagen oder eine qualitätsabhängige Steuerung von Regenwasserströmen in Echtzeit.

Weinbau – Autonome Bewirtschaftung von Steillagen
In der Kooperation zwischen der Agria-Werke GmbH, Möckmühl und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach wurde ein autonomer Weinbauroboter zur teilautonomen, vollelektrischen Bewirtschaftung von Steillagen bis 143 % (55°) entwickelt. Wichtige Arbeitsgänge, die mehrfach im Jahr oder nur in einem kurzen Zeitraum durchzuführen sind, werden damit vollautonom und vollelektrisch ermöglicht. Das Einsatzgebiet ist dabei weder auf Steillagen noch auf Wein eingeschränkt.
 Hintergrundinformationen
Für den Forschungstransferpreis bewerben konnten sich sowohl Forschungseinrichtungen als auch Unternehmen, deren Kooperationsprojekt folgende Kriterien erfüllt:
  • Es weist eine innovatorische Leistung und einen Wissenstransfer nach.
  • Das Ergebnis eröffnet eine Anwendungsmöglichkeit.
  • Ein wirtschaftliches Erfolgspotenzial durch die Anwendung der Ergebnisse ist erkennbar.
  • Mindestens ein Kooperationspartner kommt aus der Region.
  • Der Abschluss des Projektes liegt nicht länger als fünf Jahre zurück.
Die Jury
Die sechsköpfige Jury des IHK-Forschungstransferpreises 2020 besteht aus Oliver Hanisch, Geschäftsführer Campus Founders gGmbH, Kirsten Hirschmann, Geschäftsführende Gesellschafterin Hirschmann Laborgeräte GmbH & Co. KG und Vizepräsidentin der IHK Heilbronn-Franken, Prof. Dr.-Ing. Eberhard Schlücker, Lehrstuhlinhaber "Prozessmaschinen und Anlagentechnik" an der Universität Erlangen-Nürnberg, Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, Harald Unkelbach, Präsident der IHK Heilbronn-Franken und Thomas R. Villinger, Geschäftsführer der zfhn Zukunftsfonds Heilbronn GmbH & Co. KG.
Die nächste Ausschreibung des Preises für das Jahr 2021 ist im Frühjahr 2021 geplant.