22.10.2020

Wirtschaftslagebericht der IHK Heilbronn-Franken für das 3. Quartal 2020

Regionale Wirtschaft auf Erholungskurs – Die Wirtschaft im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken erholt sich langsam von dem heftigen Einbruch infolge der Coronavirus-Pandemie. Die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmen im 3. Quartal 2020 deutlich besser als in den Vormonaten eingeschätzt. Die Konjunktur in Industrie und bei den Dienstleistern fällt weniger negativ als in den Vormonaten aus.
Der Rückstand zum Vorkrisenniveau ist allerdings immer noch groß. Im Groß- und Einzelhandel haben sich die Geschäfte spürbar belebt. Überdurchschnittlich gut beurteilen nach wie vor die Bauunternehmen ihre aktuelle Situation. Bei den Geschäftserwartungen insgesamt überwiegt erstmals seit über einem Jahr wieder die Zuversicht. Mit einer Rückkehr zur normalen Geschäftstätigkeit rechnen die Betriebe mehrheitlich voraussichtlich bis Ende 2021.
Das sind die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken, an der 419 Betriebe aller Branchen und Größenklassen mit insgesamt rund 87.800 Beschäftigten aus dem gesamten IHK-Bezirk teilgenommen haben.
Die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmen deutlich besser als im Vorquartal eingeschätzt. Es überwiegen leicht die positiven Stimmen. Im Einzelnen sprechen 30 Prozent (Vorquartal 20 Prozent) der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen von einem guten Geschäftsverlauf, während 28 Prozent (Vorquartal 41 Prozent) mit der Geschäftslage unzufrieden sind. Bei den Geschäftserwartungen überwiegt erstmals seit Sommer 2019 wieder der Optimismus. 30 Prozent (Vorquartal 21 Prozent) erwarten eine günstigere Geschäftsentwicklung, während 21 Prozent (Vorquartal 40 Prozent) skeptisch in die Zukunft blicken. 32 Prozent der Betriebe arbeiten bereits wieder auf Vorkrisenniveau oder rechnen mit einer Rückkehr zur normalen Geschäftstätigkeit im Jahresverlauf. 31 Prozent kalkulieren im Jahr 2021 mit einer Rückkehr zur Normalität. Das größte Geschäftsrisiko sehen 74 Prozent wie im Vorquartal in der Corona-Pandemie. Der Fachkräftemangel stellt für 36 Prozent (Vorquartal 26 Prozent) ein großes Geschäftshemmnis dar. Auch am Arbeitsmarkt zeigen sich erste Erholungszeichen. 13 Prozent (Vorquartal 8 Prozent) planen Neueinstellungen, 28 Prozent wollen (Vorquartal 34 Prozent) Personal abbauen.
Rückkehr zur Normalität erst bis Ende 2021 erwartet
Die regionale Wirtschaft befindet sich im Herbst 2020 nach dem heftigen Einbruch im Frühjahr infolge der Corona-Pandemie wieder im Aufwärtstrend. In der Industrie hat sich die Auftragslage merklich verbessert. Ein Großteil des Orderzuwachses war internationalen Kunden zu verdanken. Dennoch bleibt das Auslandsgeschäft von erheblichen Unsicherheiten geprägt. Die Sorge vor Einschränkungen im grenzüberschreitenden Waren- und Personenverkehr nimmt wieder zu. Zudem sind viele Unternehmen noch weit entfernt von den Umsätzen, die sie vor der Krise hatten. Die regionalen Betriebe rechnen mehrheitlich erst bis Ende 2021 mit einer Rückkehr zur Normalität. Hemmschuh für die weitere wirtschaftliche Erholung sind die aufgrund der hohen Unsicherheit zurückgestellten Investitionen aus dem In– und Ausland. Zudem ist die finanzielle Situation in etlichen Unternehmen herausfordernd. Mehr denn je benötigen die Betriebe daher gute Standortbedingungen für das Wirtschaften hierzulande.